Chiasmen im Alten Testament (Teil 1)

Von Michael Lauth

Altes Testament, AT, Chiasmus, Stilmittel, Strukturen
Vor 3 Monaten

Wir haben uns im letz­ten Blog eini­ge Chi­as­men im NT ange­schaut und dabei ent­deckt, wie sie uns beim Text­ver­ständ­nis wei­ter­hel­fen kön­nen. Chi­as­men im Alten Tes­ta­ment fin­den sich in beson­de­rem Maße in den poe­ti­schen Büchern (Hiob, Psal­men, Sprü­che, Pre­di­ger, Hohe­lied, Kla­ge­lie­der) und Abschnit­ten, aber auch in allen ande­ren Tex­ten. Wir unter­su­chen dazu Bei­spie­le von der Vers­ebe­ne ange­fan­gen über Pas­sa­gen, Kapi­tel, Buch­tei­le bis hin zu gan­zen Büchern.

Chiasmen im Alten Testament: Die Versebene

Auf Vers­ebe­ne sind Chi­as­men die ein­fachs­te Form und rela­tiv leicht zu ent­de­cken. Das AT ist voll davon und ich emp­feh­le unter den Lite­ra­tur­hin­wei­sen wei­ter­füh­ren­de Bücher und Links, die das The­ma aus­führ­li­cher behan­deln. Wie in den vor­her­ge­hen­den Bei­trä­gen wer­den die Aus­sa­gen in der Form A B B‘ A‘, mit einer zen­tra­len Aus­sa­ge A B C B‘ A‘ und ent­spre­chend erwei­ter­bar dar­ge­stellt. Chi­as­men las­sen sich erken­nen, indem man auf die Wie­der­ho­lung von Schlüs­sel­wör­tern oder Aus­drü­cken ach­tet. Das Mus­ter ist durch die Wie­der­ho­lung von Schlüs­sel­wör­tern und Phra­sen oder durch Gegen­sät­ze zu erken­nen. Die Umkeh­rung von Schlüs­sel­wor­ten wie z.B. „Him­mel und Erde“ vs. „Erde und Him­mel“ oder die Ver­wen­dung von Syn­ony­men wie Israel/​Jakob oder Zion/​Jerusalem sind star­ke Indizien. 

Chi­as­men haben immer eine sym­me­tri­sche Form. Wenn sie ein Zen­trum haben, ist die­ses von gro­ßer Bedeu­tung. Vie­le Chi­as­men sind auf Vers­ebe­ne nicht in der Über­set­zung erkenn­bar bzw. zei­gen einen Chi­as­mus, der im Grund­text so nicht vor­han­den ist. Die aus­ge­such­ten Ver­se geben auch im Deut­schen den hebräi­schen Text in die­ser Struk­tur wieder.

Chiasmen im Alten Testament: Beispiele aus den Psalmen

Psalm 2:10

Der Text lau­tet nach der Elber­fel­der Bibel 2006:

Und nun, ihr Köni­ge, han­delt ver­stän­dig; lasst euch zurecht­wei­sen, ihr Rich­ter der Erde!“

A) Und nun, ihr Könige,

B) han­delt verständig;

B‘) lasst euch zurechtweisen,

A‘) ihr Rich­ter der Erde!

Die Begrif­fe Köni­ge und Rich­ter wer­den hier syn­onym ver­wen­det. Für Per­so­nen, die Macht aus­üben, ist es von zen­tra­ler Bedeu­tung, ver­stän­dig zu han­deln und sich auch zurecht­wei­sen zu las­sen. Ver­glei­che David, der in Psalm 101:8 sagt: „Jeden Mor­gen will ich ver­til­gen alle Gesetz­lo­sen des Lan­des“, und der sich nach sei­ner Sün­de mit Baths­eba von Nathan zurecht­wei­sen ließ (2Sam 12).

Psalm 31:11a

Denn in Kum­mer schwin­det mein Leben und mei­ne Jah­re in Seufzen;“

A) Denn in Kummer

B) schwin­det mein Leben

B‘) und mei­ne Jahre

A‘) in Seufzen;

In die­sem Chi­as­mus wird das gan­ze Aus­maß von Davids Kum­mer kon­zen­triert. Was er bereits in Vers 10 beschrie­ben hat in „Sei mir gnä­dig, HERR, denn ich bin bedrückt; vor Gram ver­fällt mein Auge, mei­ne See­le und mein Leib.“ und in Vers 11b fort­setzt: „mei­ne Kraft wankt durch mei­ne Schuld, und es ver­fal­len mei­ne Gebei­ne”, wird hier auf erschüt­tern­de Wei­se zusam­men­ge­fasst: Kum­mer und Seuf­zen machen sein Leben bzw. sei­ne Jah­re aus.

Psalm 46:8.12

Der Text des Refrains lau­tet nach der Elber­fel­der Bibel 2006:

Der HERR der Heer­scha­ren ist mit uns, eine Fes­tung ist uns der Gott Jakobs.“

A) Der HERR der Heerscharen

B) ist mit uns

B‘) eine Fes­tung ist uns

A‘) der Gott Jakobs.

Der Herr der Heer­scha­ren ist auch gleich­zei­tig der Gott Jakobs, der aus Gna­de Unwür­di­ge erwählt und ihnen in aller Drang­sal bei­steht. Er ist mit ihnen („imma­nu“, vgl. Imma­nu­el = mit uns ist Gott) und gibt siche­ren Schutz. So wie Gott in dem Chi­as­mus die äuße­re Klam­mer bil­det, umgibt er alle, die auf ihn vertrauen.

Psalm 56:14

Der Text lau­tet nach der Schlach­ter 2000:

Denn du hast mei­ne See­le vom Tod geret­tet, mei­ne Füße vom Glei­ten, damit ich wand­le vor dem Ange­sicht Got­tes im Licht des Lebens.“

A) Denn du hast mei­ne See­le vom Tod gerettet,

B) mei­ne Füße vom Gleiten,

B‘) damit ich wand­le vor dem Ange­sicht Gottes

A‘) im Licht des Lebens.

Tod“ ist eine Par­al­le­le zu „Leben“ und „mei­ne Füße“ sind eine Par­al­le­le zu „wand­le“. Gott hat David vom Tod und Aus­glei­ten geret­tet, um vor dem Ange­sicht Got­tes zu wan­deln im Licht des Lebens (vgl. Joh 8:12). Was für ein Wech­sel vom Einst zum Jetzt im Leben eines Gläubigen.

Chiasmen im Alten Testament: Einige Beispiele aus dem Buch der Sprüche Kapitel 10

Die Tex­te sind nach der Elber­fel­der Bibel 2006 zitiert. Die Bei­spie­le erfol­gen ohne wei­te­re Kom­men­ta­re, da sie leicht ver­ständ­lich sind.

Spr 10:2

Nichts nüt­zen gott­lo­se Schät­ze, aber Gerech­tig­keit ret­tet vom Tod.“

A) Nichts nützen

B) gott­lo­se Schätze

B‘) aber Gerechtigkeit

A‘) ret­tet vom Tod.

Spr 10:4

Arm wird, wer mit läs­si­ger Hand schafft, aber die Hand der Flei­ßi­gen macht reich.“

A) Arm wird,

B) wer mit läs­si­ger Hand schafft,

B‘) aber die Hand der Fleißigen

A‘) macht reich.

Spr 10:11

Der Text lau­tet nach der Elber­fel­der Bibel 2006:

Eine Quel­le des Lebens ist der Mund des Gerech­ten, aber der Mund der Gott­lo­sen birgt Gewalttat.“

A) Eine Quel­le des Lebens

B) ist der Mund des Gerechten,

B‘) aber der Mund der Gottlosen

A‘) birgt Gewalttat.

Ande­re Ver­se sind z.B. Par­al­le­lis­men in der Form A B A‘ B‘ wie in Vers 16:

Der Erwerb des Gerech­ten (gereicht) zum Leben,

der Ertrag des Gott­lo­sen zur Sünde.“

Chiasmen im Alten Testament: Der chiastische Aufbau von Psalmen

Wir haben uns bereits aus Psalm 2 den Vers 10 ange­se­hen. Der gan­ze Psalm hat eine chi­as­ti­sche Struk­tur. In den ers­ten drei Ver­sen erfah­ren wir, wie die Natio­nen toben. Die fol­gen­den drei Ver­se beschrei­ben Gott, den Vater, auf dem Thron im Him­mel. Gott, der Sohn (der Mes­si­as) redet in den nächs­ten drei Ver­sen und die letz­ten drei Ver­se rich­tet Gott, der Hei­li­ge Geist eine War­nung an die Köni­ge und Rich­ter (vgl. Joh 16:8–12).

Psalm 2:

A) Die Erde: Die Köni­ge tre­ten auf gegen Gott und sei­nen Gesalb­ten (Ver­se 1–3)

B) Der Him­mel: Gott spricht (Ver­se 4–6)

B‘) Der Him­mel: Der Sohn Got­tes spricht (Ver­se 7–9)

A‘) Die Erde: Die Köni­ge wer­den zur Umkehr auf­ge­ru­fen (Ver­se 10–12)

Wei­te­re, recht offen­sicht­li­che Bei­spie­le sind:

Psalm 3:

Der Psalm besteht aus vier Stro­phen mit jeweils zwei Ver­sen. In der ers­ten und letz­ten Stro­phe ruft David zu sei­nem Gott.

Vers 1–2: Vie­le Bedrän­ger, die sich gegen ihn erhe­ben und die sagen, es gibt kei­ne Ret­tung für ihn.

Ver­se 7–8: Jah­we soll sich erhe­ben, denn von ihm ist Rettung!

Die bei­den mitt­le­ren Stro­phen zei­gen sein Ver­trau­en. Mit Gott ist man immer in der Mehrheit.

A) Ruf zu Gott, denn vie­le erhe­ben sich und sagen „kei­ne Ret­tung“ (Ver­se 1–2)

B) Sein Ver­trau­en in sei­nen Gott „Du aber“ (Ver­se 3–4)

B‘) Sein Ver­trau­en lässt ihn ruhig schla­fen „Ich“ (Ver­se 5–6)

A‘) Ruf zu Gott „Ste­he auf“ zur „Ret­tung“ (Ver­se 7–8)

Psalm 8:

Der Lob­preis bzw. Refrain in den Ver­sen 2 und 10 bil­det eine Klam­mer (Inclu­sio). In den Ver­sen 3–4 wird die Herr­schaft Got­tes beschrie­ben, in den Ver­sen 7–9 die Herr­schaft des Men­schen. Der Vers 5 zeigt die Nied­rig­keit des Men­schen und Vers 6 sei­ne Erhabenheit.

A) Lob­preis (Vers 2)

B) Die Herr­schaft Got­tes (Ver­se 3–4)

C) Der Mensch in Nied­rig­keit (Vers 5)

C‘) Der Mensch in Erha­ben­heit (Vers 6)

B‘) Die Herr­schaft des Men­schen (Ver­se 7–9)

A‘) Lob­preis (Vers 10)

Psalm 23:

Der Name Jah­we wird im ers­ten Vers als Hir­te und letz­ten Vers als Ziel (bei ihm woh­nen) genannt. Jakob sagt von die­sem Hir­ten am Ende sei­nes Lebens in Gen 48:15 „… der Gott, der mich gewei­det hat, seit­dem ich bin bis auf die­sen Tag, …“. In Vers 4 fin­det ein Wech­sel von der drit­ten Per­son Sin­gu­lar (Er) zur zwei­ten Per­son Sin­gu­lar (Du) statt.

A) Jah­we (Vers 1)

B) Ver­sor­gung (Vers 2)

C) Erqui­ckung und Füh­rung (Vers 3)

D) Auch im Tal des Todes­schat­tens kei­ne Furcht (Vers 4a)

C‘) Füh­rung und Trost (Vers 4b)

B‘) Ver­sor­gung (Vers 5)

A‘) Jah­we (Vers 6)

Chiasmen im Alten Testament: Kapitel-Ebene und ganze Buchteile

Als Bei­spiel wer­fen wir dazu einen Blick in das Buch Daniel.

Daniel 1

Das Kapi­tel beginnt und endet mit einem Regie­rungs­jahr und zeigt uns Anfang und Ende des baby­lo­ni­schen Rei­ches. Zen­tral ste­hen die Ver­se 8–17, in denen die Treue Dani­els und sei­ner Freun­de Gott gegen­über beschrie­ben wird. Dies wird durch den Auf­bau des Kapi­tels unterstrichen.

A) Baby­lons Herr­schaft beginnt (Vers 1)

B) Baby­lon ist über­le­gen (Ver­se 2–7)

C) Dani­el nimmt sich vor, rein zu blei­ben (Ver­se 8–17)

B‘) Der gläu­bi­ge jüdi­sche Über­rest ist über­le­gen (Ver­se 18–20)

A‘) Baby­lons Herr­schaft endet (Vers 21)

Daniel 2

Ganz ähn­lich ist das zwei­te Kapi­tel auf­ge­baut, in dem das Gebet Dani­els und sei­ner Freun­de zu Gott im Zen­trum steht und die Ant­wort Got­tes durch die Offen­ba­rung des Traums den Wen­de­punkt in der Bege­ben­heit dar­stellt. Auch hier zeigt sich auf schö­ne Wei­se, wie die chi­as­ti­sche Struk­tur die Bot­schaft die­ses Abschnit­tes unter­streicht. In Vers 10 sagen die baby­lo­ni­schen Stern­deu­ter: „Es gibt kei­nen Men­schen auf der gan­zen Erde, der die Sache des Königs kund­tun könn­te“ und in Vers 27 spricht Dani­el zu ihm: „Das Geheim­nis, das der König ver­langt, kön­nen Wei­se, Beschwö­rer, Wahr­sa­ge­pries­ter und Zei­chen­deu­ter dem König nicht kund­tun.“ Dann folgt der kla­re Hin­weis: „Aber es gibt einen Gott im Him­mel, der Geheim­nis­se offenbart“.

A) Nebu­kad­ne­zars Traum und die Wei­sen (Ver­se 1–12, Vers 10)

B) Dani­el geht zu Arioch und kommt zum König (Ver­se 13–16)

C) Dani­el und sei­ne Freun­de beten (Ver­se 17–23, Vers 19)

B‘) Dani­el geht zu Arioch und kommt zum König (Ver­se 24–25)

A‘) Nebu­kad­ne­zars Traum und Dani­el (Ver­se 26–49, Vers 27)

Daniel 2 – 7

Das Buch Daniel ist ein prophetisches Buch

Das Buch Dani­el wird in der Regel in zwei gro­ße Abschnit­te, Kapi­tel 1–6 (Geschich­te) und Kapi­tel 7–12 (Pro­phe­tie), unter­teilt. Dabei wird leicht über­se­hen, dass das gan­ze Buch pro­phe­tisch ist und somit auch die Kapi­tel 1–6. Die Erfah­run­gen von Dani­el und sei­nen drei Freun­den sind ein Hin­weis auf das, was dem gläu­bi­gen jüdi­schen Über­rest wäh­rend der End­zeit unter dem Anti­chris­ten und dem Tier des Römi­schen Rei­ches wider­fah­ren wird. Ähn­li­ches fin­den wir in geschicht­li­chen Abschnit­ten auch im Pro­phe­ten Jesa­ja (Kap. 36–39), Jona und in Offb 2–3. Deut­li­che Par­al­le­len sind zwi­schen Dan 3 und Offb 13 sowie Dan 6 und 2Thess 2 zu erkennen.

Sehr offen­sicht­lich sind die Bezie­hun­gen zwi­schen den ers­ten 6 Kapi­teln und der zwei­ten Hälf­te des Buches Dani­els (die 3 Freun­de im Feu­er­ofen → „sie wer­den fal­len durch Schwert und Flam­me“ Dan 11:33, die Ver­stän­di­gen: Dan 2:21 und vier­mal in Kap. 11+12, Kap. 2 und 7 beinhal­ten das glei­che The­ma → die vier Welt­rei­che). Der Herr Jesus spricht in Mt 24,15 von Dani­el dem Pro­phe­ten, d.h. es han­delt sich um ein pro­phe­ti­sches Buch.

Der in Aramäisch geschriebene Teil

Anhand der auf­fäl­li­gen Sprach­ein­tei­lung kön­nen wir drei Berei­che in die­sem Buch ausmachen:

A) Die hebrä­isch geschrie­ben Kapi­tel 1:1 bis 2:3

B) Der mitt­le­re in Ara­mä­isch geschrie­be­ne Teil (Kapi­tel 2:4 bis 7:28)

A‘) Der hebrä­isch geschrie­be­ne letz­te Teil (Kapi­tel 8:1 bis 12:13)

Wenn wir uns den mitt­le­ren ara­mäi­schen Teil anschau­en, fällt auf, dass sich der Anfang (Kapi­tel 2) mit dem Traum Nebu­kad­ne­zars (das Stand­bild) und sei­ner Deu­tung beschäf­tigt. Das Ende (Kapi­tel 7) dage­gen beschäf­tigt sich eben­falls mit einem Traum (einer Visi­on), den vier Tie­ren, die Dani­el gese­hen hat. Jetzt wird uns schon durch die Struk­tur deut­lich, dass bei­de Visio­nen in einer Bezie­hung zuein­an­der ste­hen. Sie zei­gen uns bei­de die vier Welt­rei­che bis zu ihrem Ende durch das mes­sia­ni­sche Reich. Zuerst aus der Sicht des Men­schen durch den König Nebu­kad­ne­zar in dem beein­dru­cken­den Stand­bild, dann aus der Sicht Got­tes durch den Pro­phe­ten Dani­el als Tie­re ohne Ver­stand. Das heißt also, die äuße­re Scha­le (wenn wir uns die chi­as­ti­sche Struk­tur wie eine Zwie­bel den­ken) des mitt­le­ren Teils bil­den die Kapi­tel 2 und 7.

Wenn wir uns jetzt Kapi­tel 3 zuwen­den, stel­len wir fest, dass es hier­bei um die Situa­ti­on der drei Freun­de Dani­els geht. Auf­grund ihrer Wei­ge­rung, sich dem Göt­zen­dienst zu unter­wer­fen, wer­den sie in den Feu­er­ofen gewor­fen, aber durch Got­tes Gna­de bewahrt. Das glei­che The­ma sehen wir in Kapi­tel 6, wo Dani­el auf­grund sei­nes Glau­bens in die Löwen­gru­be gewor­fen wird und durch Gott auf wun­der­ba­re Wei­se bewahrt bleibt. So ist auch die zwei­te Scha­le deut­lich zu erkennen.

Die bei­den Kapi­tel 4 und 5 zei­gen uns, wie Gott den Stolz und Hoch­mut der Köni­ge Nebu­kad­ne­zar (Kap. 4) und Bel­sa­zar (Kap. 5) rich­tet, womit wir die Struk­tur des ara­mäi­schen Teils auf­ge­schlüs­selt haben.

Zwei mögliche Einteilungen

A) Die Visi­on Nebu­kad­ne­zars von den vier Welt­rei­chen als ein Stand­bild (Dan 2)

B) Prü­fung des Glau­bens und Bewah­rung im Feu­er­ofen (Dan 3)

C) Gott rich­tet den stol­zen König Nebu­kad­ne­zar (Dan 4)

C‘) Gott rich­tet den stol­zen König Bel­sa­zar (Dan 5)

B‘) Prü­fung des Glau­bens und Bewah­rung in der Löwen­gru­be (Dan (6)

A‘) Die Visi­on Dani­els von den vier Welt­rei­chen dar­ge­stellt als Tie­re (Dan 7)

Oder man setzt die Umkehr Nebu­kad­ne­zars in Dan 4:34–37 in den Mit­tel­punkt, da Gott den Tod des Sün­ders nicht will (Hes 18:32) und alle Wege Got­tes dazu die­nen, Men­schen zu retten.

A) Die Visi­on Nebu­kad­ne­zars von den vier Welt­rei­chen als ein Stand­bild (Dan 2)

B) Prü­fung des Glau­bens und Bewah­rung im Feu­er­ofen (Dan 3)

C) Gott rich­tet den stol­zen König Nebu­kad­ne­zar (Dan 4:1–33)

D) Die Umkehr Nebu­kad­ne­zars (Dan 4:34–37)

C‘) Gott rich­tet den stol­zen König Bel­sa­zar (Dan 5)

B‘) Prü­fung des Glau­bens und Bewah­rung in der Löwen­gru­be (Dan (6)

A‘) Die Visi­on Dani­els von den vier Welt­rei­chen dar­ge­stellt als Tie­re (Dan 7)

Ausblick

Im nächs­ten Blog schau­en wir uns die chi­as­ti­sche Struk­tur gan­zer Bücher wie Rich­ter und Kla­ge­lie­der an. Es gibt auch über­grei­fen­de Struk­tu­ren, die in der Anord­nung der fünf Bücher Mose und der Psal­men sicht­bar wer­den. Hier geht es wei­ter zu Teil 2.

Literaturhinweise

Figu­res of speech used in the Bible, E.W. Bul­lin­ger, Bak­er Book House
Clas­si­cal Hebrew Poet­ry: A Gui­de to its Tech­ni­ques, Wil­fred G. E. Wat­son, T&T Clark International
Chi­a­stic Psalms I – III, Robert L. Alden, JETS 17/​1 (1974) 11–28; 19/​3 (1976) 191–200; 21/​3 (1978) 199–210
Web­sei­te mit einer Samm­lung von Chi­as­men zu den Büchern der Bibel (Bibli­cal Chi­asm Exchange)


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