Erweiterte Interlinearbibeln gehören zu den nützlichsten Logos-Funktionen

Erweit­erte Inter­lin­ear­bibeln zählen zu den größten Schätzen von Logos. Nir­gend­wo son­st kommt man dem Urtext ohne Fachken­nt­nisse so nahe wie mit ein­er deutschen Bibelüber­set­zung, die direkt mit dem Urtext verknüpft ist!

Aber was ist das Beson­dere an ein­er erweit­erten Inter­lin­ear­bibel? Für mich ist der größte Vorteil, dass sie die Sprach­bar­riere zwis­chen mir und dem Urtext aufhebt. Mit ein­er erweit­erten Inter­lin­ear­bibel kann ich den bib­lis­chen Urtext studieren, ohne dass ich Griechisch oder Hebräisch ken­nen muss.

Logos macht es mir auf diese Weise möglich, über den deutschen Bibel­text in eine eben­so tiefe lin­guis­tis­che Analyse einzusteigen, als würde ich direkt mit dem Urtext arbeiten.

Aber ist das wirk­lich so beson­ders? Mit dem Urtext verknüpfte Bibelüber­set­zun­gen gibt es schließlich auch anderswo.

Richtig – und doch falsch. Es ist ein großer Unter­schied, ob eine Bibelüber­set­zung lediglich mit Infos zum hebräis­chen oder griechis­chen Aus­gang­s­text verküpft ist – oder mit dem Text selbst.

1. Diese Funktionen gibt es nur in einer erweiterten Interlinearbibel

Zum einen ist eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel sehr viel genauer als eine Bibelüber­set­zung, in die mit herkömm­lichen Mit­teln Urtex­tin­fos einge­baut sind. Zum anderen kann ich damit auf eine Fülle an detail­lierten Infor­ma­tio­nen zum Urtext auch im deutschen Bibel­text direkt zugreifen. Und drit­tens kann Logos die Dat­en in ganz unter­schiedlichen exegetis­chen Werkzeu­gen ganz flex­i­bel einsetzen.

Wir wollen uns alle drei Punk­te näher ansehen!

1. Eine erweiterte Interlinearbibel ist umfassender und viel genauer

In anderen Bibel­pro­gram­men enthal­ten Bibelüber­set­zun­gen meist Tags mit ein oder zwei ver­schiede­nen Infor­ma­tio­nen: Zum Lem­ma und zu dessen Form. Lem­ma-Tags geben das Wort im Urtext an. Morph-Tags geben auch die genaue gram­matikalis­che Form des Wortes an. Manche Bibeln enthal­ten nur Lem­ma-Tags, häu­figer ist aber eine Mis­chung der bei­den Informationen.

Diese Art des Tag­gings ist clever und baut wertvolle Infos in den Text der Bibelüber­set­zung ein. Deswe­gen benutzen auch wir solche Tags in Logos – aber nur in Urtex­taus­gaben. Da funk­tion­iert das Ganze näm­lich am besten.

Das große Prob­lem mit dieser Vorge­hensweise ist näm­lich, dass eine Bibelüber­set­zung gar nicht akku­rat mit Lem­ma- und Morph-Tags verse­hen wer­den kann!

Der Grund ist ein ganz ein­fach­er: Auch die aller­wörtlich­ste Bibelüber­set­zung kann den Bibel­text nicht Wort für Wort wiedergeben. Selb­st wenn es möglich wäre, jede einzelne Wen­dung des Urtexts 1:1 exakt zu über­tra­gen (und das ist es nicht), würde man danach zwangsläu­fig auf ein weit­eres Prob­lem stoßen:

Im Deutschen benutzt man häu­fig eine Kom­bi­na­tion von Wörtern, wo im Urtext nur ein einzelnes Wort ste­ht. Die Wen­dung “Ich habe gegessen” bestünde auf Griechisch, Hebräisch oder Aramäisch z.B. nur aus einem einzi­gen Wort.

Wie kann ich jet­zt sich­er­stellen, dass meine Lem­ma-und Morph-Tags dem gerecht werden?

Entwed­er markiere ich nur das sin­ntra­gende Wort, “gegessen”, als Über­set­zung des Urtexts.

Oder ich bin gezwun­gen, jedes der drei deutschen Wörter einzeln mit der Infor­ma­tion für das eine Wort verse­hen. “Ich” würde mit dem griechis­chen “ich habe gegessen” verknüpft. “habe” würde mit dem griechis­chen “ich habe gegessen” verknüpft. “gegessen” würde… aber Sie ver­ste­hen, was ich meine.

Im ersten Fall weist ein großer Teil des Texts am Ende gar keine entsprechen­den Infos auf. Im zweit­en Fall geht die eigentlich Zuord­nung des Aus­gang­s­texts mit der Über­set­zung let­ztlich ver­loren. In bei­den Fällen ist Ver­wirrung vorprogrammiert.

Was fehlt, ist eine Infor­ma­tion, die nicht auf Wor­tebene zu ver­mit­teln ist, die hier aber eigentlich drin­gend vorhan­den sein müsste: Näm­lich, dass die drei Wörter “ich habe gegessen” nur gemein­sam die Bedeu­tung des Urtexts ein­fan­gen, dass sie unbe­d­ingt zusam­men gehören müssten. Diese Infor­ma­tion auf Tex­tebene kön­nen Wort-basierte Tags ein­fach nicht liefern.

Zwar ist auch mir natür­lich klar: Wer etwas von der fraglichen Ursprache und von deutsch­er Syn­tax ver­ste­ht, der kann sich diese Infor­ma­tio­nen häu­fig müh­e­los aus dem Kon­text erschließen. Doch alle anderen guck­en in die Röhre.

(Aber aus mein­er eige­nen Erfahrung mit den bib­lis­chen Sprachen weiß ich, dass es selb­st geübten Ken­nern der Ursprachen oft nicht leicht fällt, einen über­set­zten Text prob­lem­los seinem Urtext zuzuordnen.)

Es bleibt festzuhalten:

Morph- und Lem­ma-Tags in ein­er Bibelüber­set­zung sind immer entwed­er unpräzise oder lückenhaft.

Wer wirk­lich den stel­len­weise äußerst kom­plizierten Über­set­zung­sprozess nachvol­lziehen will, der wird hier an vie­len Stellen scheit­ern – egal, wie gut seine Sprachken­nt­nisse sind.

Nicht so in ein­er erweit­erten Interlinarbibel!

Bei uns sind nicht nur einzelne Wörter mit einan­der verknüpft, son­dern auch Wortverbindun­gen – oder sog­ar ganze Phrasen, wo eine wörtliche Über­set­zung nicht möglich ist. Eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel kann selb­st ein ein­er über­tra­gen über­set­zten Phrase genau aufzeigen, welche sechs Wörter der Über­set­zung welche vier Wörter des Urtexts wiedergeben.

So heißt es in der Luther­bibel 1984 in der Sturm­stil­lungs­geschichte (Lk 8,23):

Wir sehen an den Pfeilen → unter dem Text, dass “sie waren in großer Gefahr” die Über­set­zung eines einzi­gen griechis­chen Verbs ist. Und im Falle von “die Wellen über­fie­len sie” sehen wir am Fehlen der Pfeile sowie an der kur­siv­en Schrei­bung des gle­ichen Texts am unteren Fen­ster­rand, dass diese Über­set­zung para­phrasiert bzw. idioma­tisch wiedergegeben ist.

(Der Punkt unter­halb “ihm” weist auf eine Ein­fü­gung hin, der dreieck­ige Pfeil rechts daneben mit der “1” zeigt an, dass dieses “und” dem griechis­chen Wort 1 zuge­ord­net ist, einem adver­bialen Par­tizip, das hier in der Luther­bibel mit einem tem­po­ralen Teil­satz wiedergeben ist. Die Zahlen neben den griechis­chen Wörtern weisen ihre ursprüngliche Rei­hen­folge im Grund­text aus.)

Übri­gens: Wer diese inter­lin­eare Darstel­lung unter­halb des Bibel­texts unüber­sichtlich find­et, der hat ger­ade ein fun­da­men­tales Prob­lem herkömm­lich­er Inter­lin­earüber­set­zun­gen ent­deckt. Pro­bieren Sie stattdessen ein­mal den Abschnitt “Wort für Wort” im Exegese-Assis­ten­ten aus, den ich weit­er unten vorstelle.

2. Eine erweiterte Interlinearbibel liefert viel mehr Infos zum Bibeltext, als es Morph- und Lemma-Tags können

Logos ver­fügt über ein unüber­schaubare Auswahl von Daten­banken mit allen möglichen nüt­zlichen Infos zum Urtext. Welche Gat­tung hat dieser Text, welche Stil­fig­uren find­en sich darin? Welche Per­so­n­en, Orte, Ereignisse oder Gegen­stände wer­den hier erwäh­nt? An welchen anderen Stellen kommt dieselbe gram­matikalis­che Kon­struk­tion vor? Welche kul­turellen oder the­ol­o­gis­chen Konzepte oder poten­ziellen Predigt­the­men wer­den hier erwäh­nt? Und welche Bezüge und Anspielun­gen auf Stellen aus dem Alten Tes­ta­ment oder auf zeit­genös­sis­che Autoren lassen sich hier erkennen?

All das und noch mehr weiß Logos über den Bibeltext.*

Solche Dinge lassen sich häu­fig leichter mit dem Fak­ten­buch, dem Wort­stu­di­en­werkzeug oder dem Bibel­brows­er (ab Logos 7) nachschlagen.

Und wo prak­tik­a­bel, sind einige dieser Dat­en mit der entsprechen­den Bibel­stelle verknüpft, also auf Versebene und nicht auf Wor­tebene zugänglich, und zwar in jed­er beliebi­gen Bibelübersetzung.

Aber viele dieser Infor­ma­tio­nen sind genau auf den Urtext maßgeschnei­dert. Propo­si­tionale Gliederun­gen zer­legen den Text in seine Aus­sageebe­nen. Andere Daten­banken zeigen Stil­fig­uren oder Diskursmerk­male auf. Unser seman­tis­ches Wörter­buch “Bible Sense Lex­i­con” weiß genau, in welchem Sinn das schw­er zu ver­ste­hende Verb, das Sie studieren, an ein­er bes­timmten Stelle gebraucht wird.

Unsere Per­so­n­en-Daten­banken kön­nen Ihnen sagen, wer mit einem ganz unverdächti­gen “er” gemeint ist oder welche Per­so­n­en dabei waren, als David dies und jenes tat. So erken­nt Logos in der Wei­h­nachts­geschichte die dort erwäh­n­ten Hirten müh­e­los als solche – und wer es genau wis­sen will, kann beim Bibelle­sen zur Stelle sog­ar direkt die “Hirten bei der Geburt Jesu” als eigene Per­so­n­en­gruppe nachschlagen.

Eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel macht exakt diesel­ben Infos auch im deutschen Bibel­text verfügbar! 

So tut Logos an ver­schiede­nen Stellen sein Bestes, um mit diesen Dat­en auf ganz ver­schiedene Weise Ihr Ver­ständ­nis des Bibel­texts entschei­dend zu verbessern.

* Anmerkung: Welche Daten­sätze Sie in Logos benutzen kön­nen, hängt natür­lich auch von der Ver­sion und Stufe Ihres Basis­pakets ab. Einen schnellen Überblick erhal­ten über die Daten­sätze Ihrer Logos Bib­lio­thek erhal­ten Sie, wenn Sie das Info-Fen­ster öff­nen und ein Wort im Bibel­text markieren.

3. Erweiterte Interlinearbibeln sind der Motor in vielen leistungsstarken Exegese-Werkzeugen

Eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel ist let­ztlich eine Daten­bank, die spe­ichert, welch­es Wort oder welche Wort­gruppe im Aus­gang­s­text einem bes­timmten Wort oder ein­er Wort­gruppe im über­set­zten Text entspricht.

Logos holt aus diesen Daten­banken das Max­i­mum her­aus. In ein­er Wort­studie eröff­nen sie die Möglichkeit, die Wieder­gabe eines beliebi­gen Wortes in ein­er Bibelüber­set­zung zu analysieren. Im Bibel­text-Fen­ster lässt sich der Aus­gang­s­text nach Belieben ein- und aus­blenden. Im Abschnitt “Wort für Wort” des Exegese-Assis­ten­ten ist es möglich, Aus­gangs- und Ziel­text wort­ge­nau ver­gle­ichen und einzelne Wörter analysieren. Und im Psalmen-Explor­er kön­nen Sie die Par­al­lelis­men und Struk­tur eines Psalms ihretwe­gen mit Hil­fe ein­er deutschen Bibel erkun­den.

Diese Möglichkeit­en sind so vielfältig, dass sie einen eige­nen Abschnitt ver­di­ent haben…

2. Welche erweiterten Interlinearbibeln gibt es auf Deutsch?

… doch bevor ich die vie­len Möglichkeit­en vorstelle, in Logos von erweit­erten Inter­lin­ear­bibeln zu prof­i­tieren, will ich noch kurz ein Wort zu den gegen­wär­tig ver­füg­baren Aus­gaben sagen.

Anders als eine Inter­lin­earüber­set­zung ist eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel ja immer eine beste­hende Bibelüber­set­zung, die Wort für Wort mit dem bib­lis­chen Grund­text verknüpft ist. Diese Verknüp­fung geschieht in aufwändi­ger Handarbeit.

Auf Englisch bieten wir schon seit län­gerem zahlre­iche erweit­erte Inter­lin­ear­bibeln an. Die erste deutsche erweit­erte Inter­lin­ear­bibel zur Luther­bibel 1984 ist jedoch erst 2015 erschienen.

Die näch­ste deutsche Bibel ist die Schlachter-Bibel 2000, deren erweit­erte Inter­lin­ear­bibel derzeit noch zum 25% gün­stigeren Vorbesteller-Preis erhältlich ist. Die Pro­duk­tion­skosten sind schon durch Vorbestel­lun­gen gedeckt. Das Neue Tes­ta­ment soll noch inner­halb der näch­sten Monate aus­geliefert werden.

Und ganz neu im Ange­bot für Vorbesteller ist die erweit­erte Inter­liner­bibel zur Luther­bibel 2017! Die neue Luther­bibel ist zwar selb­st noch nicht erschienen, aber wir möcht­en die dazuge­hörige “I+” möglichst schnell fer­tig bekom­men. Daher sam­meln wir jet­zt schon Vorbestellungen.

Und weil wir uns dabei auf­grund der schon für die Luther­bibel 1984 geta­nen Arbeit einiges an Aufwand sparen kön­nen, haben wir uns eine beson­dere Aktion aus­gedacht: Alle alle Besitzer der erweit­erten Inter­lin­ear­bibel zur Luther­bibel 1984 bekom­men die “I+” zur neuen Luther­re­vi­sion zum hal­ben Preis! Alle Infos dazu auf der Pro­duk­t­seite.

(Darf ich Ihre offen­sichtliche Frage vor­weg­nehmen? Ja, wir wür­den natür­lich auch sehr gerne auch eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel zur Elber­felder Bibel anbi­eten. Dazu wird es allerd­ings erst kom­men, wenn wir endlich die Elber­felder 2006 ins Ange­bot nehmen können.)

3. Wo Logos erweiterte Interlinearbibeln einsetzt

1. Im Bibelfenster

Auch im Bibelfen­ster selb­st kön­nen wir eine Inter­lin­ear­an­sicht einschalten:

Wir kön­nen in diesem (lei­der noch nicht auf Deutsch vor­liegen­den) Fen­ster Datenebe­nen wie den Ziel­text (Sur­face), den Aus­gang­s­text (Manuskript), den Aus­gang­s­text in Umschrift, das Lem­ma, die Wurzel (jew­eils auch in Umschrift), die Form (Mor­phol­o­gy) sowie Links zu mit Strong-Num­mern verknüpften Wörter­büch­ern oder Louw-Nida einblenden.

Diesel­ben Infor­ma­tio­nen lassen sich mit dem Knopf rechts neben dem im Bild gedrück­ten auch in einem Band an der Unterkante des Fen­sters anzeigen.

Aber wirk­lich span­nend wird es, wenn wir zwei der anderen Knöpfe im Bibelfen­ster aus­pro­bieren: Näm­lich “Visuelle Fil­ter” (das Sym­bol mit den drei Punk­ten) und “Inline-Suche” (die Lupe).

Die Inline-Suche lässt uns den deutschen Bibel­text nach allen möglichen Datenebe­nen durch­suchen. Wir kön­nen dort z.B. (neben vie­len weit­eren) nach einem hebräis­chen Lem­ma, ein­er bes­timmten Per­son, einem the­ol­o­gis­chen Konzept oder Tex­ten ein­er bes­timmten Gat­tung suchen. Die meis­ten dieser Infos kom­men direkt aus dem Urtext in die deutsche Über­set­zung. Einiges davon hat Thomas schon ander­swo vorge­führt. Weit­er unten werde ich noch genauer auf die Möglichkeit­en der Inline-Suche und ander­er Such­mo­di eingehen.

Richtig leis­tungs­fähig sind Visuelle Fil­ter. Das Menü Visuelle Fil­ter mag auf den ersten Blick etwas ver­wirrend ausse­hen. Let­ztlich lassen sich hier drei ver­schiedene Aspek­te einstellen:

Erstens, die Sicht­barkeit von Vers- und Kapitelzahlen, Zwis­chenüber­schriften, Fußnoten, etc.

Zweit­ens kön­nen Sie hier selb­st angelegte visuelle Fil­ter ein- und auss­chal­ten, beispiel­sweise zur Her­vorhe­bung aller AT-Zitate im NT oder aller griechis­chen Ver­ben ein­er bes­timmten Form (so leg­en Sie eigene Fil­ter an).

Drit­tens gibt es vorge­fer­tigte visuelle Filter:

  • Übere­in­stim­mende Wörter hebt automa­tisch Wörter der­sel­ben Wurzel, des­sel­ben Lem­mas oder schlicht iden­tis­che Wörter im deutschen Text her­vor. Das­selbe geht z.B. mit Suchergeb­nis­sen aus einem anderen Unter­fen­ster. Auch Übere­in­stim­mungen in Ver­slis­ten, Lese­plä­nen oder Notizbüch­ern lassen sich hier anzeigen.
  • Propo­si­tionale Gliederun­gen sowie Diskursmerk­male gliedern den Text durch Ein­rück­un­gen und andere Hervorhebungen.
  • Zudem lassen sich Sprech­er und Adres­sat­en hervorheben.

Beson­ders gut funk­tion­iert die Benutzung ein­er erweit­erten Inter­lin­ear­bibel übri­gens mit dem Info-Werkzeug (das wir hier schon vorgestellt haben). Im Info-Fen­ster zeigt Logos automa­tisch Infor­ma­tio­nen zu einem Wort an, auf das ich im Bibel­text klicke.

Logos weiß nicht nur, welch­es griechis­che Wort dem deutschen zugrunde liegt, son­dern zeigt im markierten Feld sog­ar an, wie andere erweit­erte Inter­lin­ear­bibeln das Wort hier übersetzen!

Im Bibel­text selb­st ist mit dem Fil­ter Übere­in­stim­mende Wörter automa­tisch her­vorge­hoben, wo das angek­lick­te griechis­che Wort noch in meinem Bibel­text vorkommt (blauer Textmark­er) – und zwar unab­hängig von sein­er Über­set­zung. Die lila Markierung zeigt an, dass diese Instanz von “Liebe” auf ein anderes griechis­ches Wort zurückgeht.

2. In Wortstudien

Eine Wort­studie lässt sich ganz ein­fach mit einem Recht­sklick auf das Wort im Bibel­text starten. Im Kon­textmenü suchen wir auf der recht­en Seite nach dem Lem­ma (erkennbar an dem Kreis­di­a­gramm). Links wählen wir dann “Wort­studie”.

Ein­mal geöffnet, fällt in der Wort­studie als erstes das unten dargestellte Kreis­di­a­gramm ins Auge. Es analysiert, wie die aus­gewählte erweit­erte Inter­lin­ear­bibel ein Wort über­set­zt. Klickt man mit der Maus auf ein Seg­ment des Kreis­es, wer­den darunter sämtliche Verse mit der entsprechen­den Über­set­zung angezeigt. In der Ecke rechts oben sehen wir einen Mini-Graphen, der eine Wortzäh­lungssta­tis­tik liefert.

3. Im Exegese-Assistenten

Beson­ders prak­tisch fand ich im The­olo­gi­es­tudi­um die Funk­tion “Wort für Wort” im Exegese-Assis­ten­ten, und zwar immer dann, wenn ich Bibel­text über­set­zen musste.

Der Urtext und der deutsche Bibel­text erscheinen hier über­sichtlich nebeneinan­der. Berührt man mit der Maus ein Wort auf der einen Seite, wird auch sein Äquiv­a­lent auf der anderen Seite her­vorge­hoben (s. Screen­shot). Das macht es ganz leicht, den Urtext zu ver­ste­hen (oder das Zus­tandekom­men der Übersetzung).

Für jedes der schwarz gehal­te­nen Wörter zeigt Logos automa­tisch eine Grund­form, Über­set­zung, schlüs­selt die Form auf und zeigt Ein­träge aus den am höch­sten bew­erteten Wörter­büch­ern an. Bei vie­len Wörtern gibt es zudem eine Def­i­n­i­tion der Bedeu­tung im Kon­text (oder “Deno­ta­tion”; unter “Sinn”). Klickt man auf die ver­link­te Grund­form des Worts, öffnet sich eine Wort­studie. Mit dem kleinen Laut­sprech­er­sym­bol kann man sich sog­ar die kor­rek­te Aussprache anhören!

Im Bibel­text aus­ge­graute Wörter sind so häu­fig, dass für sie unter­halb des Texts keine Inhalte angezeigt wer­den. Das macht es leichter, sich auf die wirk­lich wichti­gen Wörter zu konzen­tri­eren. Die Ein­stel­lung lässt sich jedoch anpassen, und man erhält bei einem Klick auf das Wort in jedem Fall diesel­ben Infor­ma­tio­nen angezeigt. 

4. In Suchen

Auch in Suchen erweist sich die erweit­erte Inter­lin­ear­bibel als hil­fre­ich. Ich kann zum Beispiel mit einem Recht­sklick auf ein deutsches Wort im Bibel­text nicht nur eine Wort­studie, son­dern auch eine Inline-Suche zu dem Grund­textwort starten, das sich dahin­ter ver­birgt. Noch bess­er: Ich kann nach diesem Wort im deutschen Bibel­text suchen!

Beson­ders nett ist, dass ich mir noch nicht ein­mal merken muss, wie die Such­formeln funk­tion­ieren. Das Kon­textmenü wählt automa­tisch den richti­gen Such­modus aus.

Oder führen wir dieselbe Suche in einem eige­nen Fen­ster durch. Das gibt uns etwas mehr Flex­i­bil­ität bei der Anzeige der Treffer.

Mein let­ztes Beispiel stammt aus ein­er Morph-Suche in einem eige­nen Such­fen­ster, wobei eine Bibel­suche in der “Verse”-Ansicht densel­ben Effekt hätte.

Hier­bei kann ich mir par­al­lel zum griechis­chen Text auch andere Bibeln anzeigen lassen. Sie sehen, dass das entsprechende Wort im Luther-Text erkan­nt wird, während ich in der Menge-Bibel in jed­er Zeile danach suchen müsste. Logos hat mir so schon viel Zeit und Frust erspart.

Fazit

Eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel ist ein Hil­f­s­mit­tel, das seines­gle­ichen sucht. Viele Nutzer kön­nen bei ihrer Arbeit gar nicht mehr darauf verzichten.

Deutsche erweit­erte Inter­lin­ear­bibeln gibt es nicht nur einzeln. Die “I+” zur Luther­bibel 1984 ist auch in sämtlichen deutschen Basis­paketen enthal­ten. Kosten­los aus­pro­bieren kön­nen Sie die Funk­tion übri­gens mit unserem englis­chen Logos Basic.

Zum Weit­er­lesen: Unser Inter­view über die Real­isierung der ersten deutschen Inter­lin­ear­bibel oder weit­ere Beiträge zum The­ma.

Über den Autor: Ben­jamin Mis­ja ist The­ologe und bei Faith­life zuständig für den deutschen Logos-Bere­ich. Pri­vat blog­gt er auf http://​bib​lio​-blog​.de.

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Benjamin Misja

Benjamin Misja leitet das deutsche Logos-Team.

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15 Kommentare
  • Erstein­mal ein her­zlich­es Dankeschön für so eine tolle Stu­di­en­bibel­hil­fe. Davon träume ich seit Jahren und habe jet­zt auf die Schlachter gewartet.
    Bere­its heute am 7.11.17 ist das kom­plette NT Schlachter2000 Inter­lin­ear fer­tig. Super! 🙂
    Ich hätte eine Frage: Gibt es eine Möglichkeit, anzugeben, wie viele Zeilen man unter­halb des deutschen Schlachter­textes lesen möchte?

    Mal ein Beispiel:
    Jesus .
    ἸΗΣΟΥΝ18
    Ἰησοῦς
    NASM
    2424
    93.169

    Hier möchte ich eigentlich nur die ersten bei­den Zeilen beim Lesen haben.
    Zeile 1: Jesus .
    Zeile 2: ἸΗΣΟΥΝ18
    Die anderen brauche ich gewöhn­lich nicht, wenn ich nur lese (son­dern nur beim Wort­studi­um). Kann man das irgend­wo ein­stellen? Und falls nein, kön­ntet ihr vielle­icht so nett sein, und dieses Fea­ture einfügen?
    Da würde das Lesen gle­ich viel mehr Freude machen und es wäre viel übersichtlicher.

    Danke für alle Mühe.
    Viele Grüße
    Ben­jamin aus Sachsen

    • Danke für das Lob! Ich nehme an, du sprichst von dem Inter­lin­ear-Band, das man sich am unteren Rand des Bibelfen­sters anzeigen lassen kann, kor­rekt? Ja, das ist möglich! Am linken Rand des Ban­des siehst du eine Art Anno­ta­tion, die den Inhalt jed­er Zeile des Ban­des definiert. Auf dieses Stück des „Rib­bons” machst du einen Recht­sklick, dort kannst du dann entsprechende Optio­nen an- und abwählen.

      • Hal­lo Logos Team,
        ich hätte noch eine weit­ere Frage dazu:
        Kön­ntet ihr nicht die Erweit­erte Inter­lin­ear­bibel in Schlachter2000 (Zeile 1) und Grund­text (Zeile 2) als Buch drucken? 

        Von Green gibt es ja auf Englisch die Inter­lin­ear­bibel. Auf Deutsch gibt es Inter­lin­ear­bibel NT und AT 1–5. Aber diese Erweit­erte Inter­lin­ear­bibel wäre unglaublich hil­fre­ich als gedruck­tes Buch, weil man dann eine nor­male deutsche Über­set­zung hätte und sofort den Grund­text mitle­sen kann.
        Immer­hin ist es ja schade, dass wir für diese tolle Arbeit immer ein elek­trisches Gerät in die Hand nehmen müssen…

        Viele Grüße
        Benjamin

          • Hal­lo Benjamin,
            wann gibt es denn das erste Update für das AT der Erweit­erten Schlachter?

            Viele Grüße
            Benjamin

          • Hi Ben­jamin,
            sag mal, gibt es da schon Bewe­gung in Rich­tung Druck der Inter­lin­ear­bibeln? Die Luther1984 ist ja schon lange fertig… 😉

            Gibt es außer­dem schon Neuigkeit­en bezüglich Elber­felder interlinear?
            Wenn SCM hier partout nicht will, dann wäre ich (ich weiß, das gabs früher schon im Forum…) für Elber­felder CSV Hück­eswa­gen, gibt es ja dig­i­tal schon mit Strongs sog­ar, da kön­nte man sog­ar über eine maschinelle Zuord­nung mit anschließen­dem Kor­rek­turlesen nach­denken. Davon abge­se­hen ist die Über­set­zung ja genauer als alle andere am N.A.-Text [Byz. Ergänzun­gen sind meist durch eck­ige Klam­mern gekennze­ich­net] und ließe sich so sicher­lich schnell in Logos ein­speisen, wenn man an den Daten­satz von dem Bibel­pro­gramm CLeVer mit den Strongs käme. Selb­st mit SBLGNT (ca. 550 Unter­schiede zu N.A.) wäre das bes­timmt viel schneller mach­bar als bei jeglich­er anderen Über­set­zung auf­grund der Genauigkeit.
            Was denkst du dazu, Benjamin?

            Ich wün­sche dir viel Kraft und Gottes Segen für deine gigan­tis­che Fleißarbeit,
            Benjamin

          • Es gibt da noch nichts, da momen­tan weit­er­hin nur die Luther 1984 voll­ständig ist, ließe sich da schw­er ein Pro­dukt draus machen. Aber vielle­icht ist es in den näch­sten Jahren mal eine inter­es­sante Per­spek­tive, je nach Inter­esse der Ver­lage und des Marktes. 

            Die Elber­felder 2006 kommt bald, und eine erweit­erte Inter­lin­ear­bibel wird dann auch zeit­nah kom­men. Updates dazu wird es sicher­lich hier auf dem Blog und auf unserem Newslet­ter geben! Die Elber­felder CSV ist natür­lich eben­falls ein Kan­di­dat, aber 2006 und haben für uns momen­tan auf jeden Fall Vorrang.

        • Hi,
          her­zlichen Dank für deine Antwort.
          Ich freue mich riesig auf Elber­felder inter­lin­ear+ :). CSV war auch nur als Auswe­ichal­ter­na­tive gemeint.

          Viele Grüße
          Benjamin

  • Ich bin seit vie­len Jahren begeis­tert­er LOGOS-Nutzer (von der SESB umgestiegen). Da ich selb­st haupt­säch­lich in Griechisch und Hebräisch selb­st arbeite ist das fol­gende Prob­lem für mich nicht groß, ich möchte aber doch darauf hin­weisen, weil es vielle­icht manche Nutzer irri­tieren kön­nte, die sich auf die Inter­lin­ear-Ver­sio­nen ver­lassen … (ein Prob­lem ergibt sich für mich jedoch, wenn ich ein Grund­textwort durch einen visuellen Fil­ter markiere und die erwartete Par­al­lele in den damit ver­bun­de­nen Bibeln nicht immer finde …)

    Ich habe mir ger­ade die fünf deutschen Inter­lin­ear­bibeln (Lu 17, 84; EH; Elbf; Schl) nebeneinan­der in einen Arbeits­bere­ich gestellt. Bei ein­er Kon­trolle von eini­gen Bibel­stellen, in denen diese Über­set­zun­gen auf­grund der Textvor­la­gen voneinad­er abwe­ichen, ist mir aufge­fall­en, dass bei den genan­nten Über­set­zun­gen die Inter­lin­ear-Daten­sätze voneinan­der abweichen.

    Lu 17, 84 u. EH scheinen die gle­ichen Inter­lin­ear-Daten­sätze zu ver­wen­den (bei den Stich­proben wie NA 27).
    Elbf u. Schlachter scheinen auch einen gemein­samen Inter­lin­ear-Daten­satz zu ver­wen­den (allerd­ings erst durch Stich­proben erhoben), der in diesen Proben der Byzan­ti­inis­chen Textform gleicht.

    Eigentlich hätte ich erwartet, dass bei allen Über­set­zun­gen der gle­iche Inter­lin­ear-Daten­satz ver­wen­det wer­den würde, damit die Unter­schiede in den Über­set­zun­gen deut­lich wer­den – offen­sichtlich woll­ten die Her­aus­ge­ber jedoch die den Über­set­zun­gen jew­eils zugrun­deliegende Textform ver­wen­den – ok. Das ist in Joh 1,18 gelungen.

    Bei Lu 17 u. EH zeigt sich ein Prob­lem, da diese bei­den Über­set­zun­gen sich eher an NA 28 denn an NA 27 ori­en­tieren (in 2 Petr 3,10 wird das deutlich).

    Wirk­lich prob­lema­tisch ist das freilich bei der Elber­felder-Bibel, da hier der Inter­lin­ear­daten­satz von den Über­set­zung z. T. sig­nifikant abweicht.

    Die Schlachter-Bibel scheint mit ihrem Inter­lin­ear-Daten­satz allerd­ings kon­form zu gehen (zumin­d­est bei meinen Stichproben).

    Joh 1,18 μονογενὴς θεὸς (NA 27) /​μονογενὴς υἱός (Byzant-Text)]”
    Lu 17, 84 u. EH: μονογενὴς θεὸς (entschrechend der jew­eili­gen Übersetzung)
    Elbf u. Schlachter: μονογενὴς υἱός (entschrechend der jew­eili­gen Übersetzung)

    Mt 6,1 NA 28: δικαιοσύνην /​Byzant-Text: ἐλεημοσύνην
    Lu 17, 84 u. EH: δικαιοσύνην (Gerechtigkeit)
    Elbf: ἐλεημοσύνην (in der Über­set­zung aber „Gerechtigkeit” – wie NA 27)
    Schl: ἐλεημοσύνην (in der Über­set­zung entschrechend „Almosen”)

    Lk 4,18 Byzant-Text zusät­zlich zu NA 27: ἰὰσασθαι τοὺς συντετριμμένους τὴν καρδίαν
    Lu 17, 84 u. EH: entsprechend NA 27
    Elbf.: Inter­lin­ear-Daten­satz mit dem genan­nten Zusatz – die Über­set­zung jedoch ohne diesen (wie NA 27)
    Schl: Inter­lin­ear-Daten­satz mit dem genan­nten Zusatz – die Über­set­zung mit diesem Zusatz

    Offb 22,14 NA 28: οἱ πλύνοντες τὰς στολὰς αὐτῶν /​Byzant-Text: οἱ ποιοῦντες τὰς ἐντολὰς αὐτοῦ
    Lu 17, 84 u. EH: οἱ πλύνοντες τὰς στολὰς αὐτῶν (Klei­der waschen)
    Elbf: οἱ ποιοῦντες τὰς ἐντολὰς αὐτοῦ (Gebote hal­ten) – in der Über­set­zung allerd­ings wie nach NA 27: Klei­der waschen
    Schl: οἱ ποιοῦντες τὰς ἐντολὰς αὐτοῦ (Gebote hal­ten) – wie in der Übersetzung

    2 Petr 3,10 NA 28: οὐχ εὑρεθήσεται /​NA 27: εὑρεθήσεται /​Byzant-Text: κατακαήσεται
    Lu 17 u. EH: Daten­satz wie NA 27 (εὑρεθήσεται) – Über­set­zung wie NA 28 (nicht gefunden)
    Lu 84: Daten­satz wie NA 27 (εὑρεθήσεται) – Über­set­zung offen­sichtlich nach NA 27 (ähn­lich wie Elbf)
    Elbf: Daten­satz wie Byzant-Text (κατακαήσεται) – Über­set­zung offen­sichtlich nach NA 27 ( erfunden)
    Schl: Daten­satz wie Byzant-Text (κατακαήσεται) – Über­set­zung diesem entschrechen (ver­bren­nen)

    • Hal­lo Alfred, 

      kor­rekt, es ist uns ein Anliegen, dass ein griechis­ch­er Text ver­wen­det wird, der der Textgrund­lage am näch­sten kommt. Das sind stan­dard­mäßig das SBLGNT für Über­set­zun­gen, die dem wis­senschaftlichen Stan­dard­text fol­gen, sowie ein Scriven­er-Text für Mehrheit­s­text-Über­set­zun­gen wie die Schlachter­bibel. Lei­der ist bei der Vor­bere­itung des Elber­felder-NTs ein Fehler passiert und es wurde der Scriven­er-Text zugrunde gelegt. Das wurde im Forum von aufmerk­samen Nutzern gemeldet und ist schon seit einiger Zeit bekan­nt, daher auch in unseren Release Notes erwähnt. 

      Die Nachvol­lziehbarkeit des Grund­textes ist uns sehr wichtig, deshalb hal­ten wir schon seit län­gerem auf den Pro­duk­t­seit­en der jew­eili­gen Inter­lin­ear­daten­sätze fest, welch­er Text zu Grunde liegt:
      * Luther 1984
      * Luther 2017
      * Schlachter 2000
      * Elber­felder 2006
      * Ein­heit­süber­set­zung

      Auf der Seite zur Elber­felder hat bish­er aber ein Hin­weis auf den Fehler gefehlt. Diesen habe ich jet­zt eingefügt.