Ein Gratisbuch mit den Logos-Tools erobern

Von peterengler

Tipps, Wortformen

Logos-Neu­lin­ge machen bald die­se Ent­de­ckung: Die Res­sour­cen­aus­wahl im Shop ist rie­sig. Das Ers­te, was man sich wünscht, wenn man sich ein­mal auch nur ansatz­wei­se durch die über 2000 Sei­ten des Ange­bots wühlt, ist eine Geld­druck­ma­schi­ne! Wenn man aber die Sor­tier­rei­hen­fol­ge rich­tig ein­stellt, kommt man ganz schnell auch zu einer Sek­ti­on mit Gra­tis­ti­teln.

Und dort waren es vor allem zwei, die sofort mei­ne Auf­merk­sam­keit erreg­ten: Zum einen das Buch von Har­riet N. Cook: „The Scrip­tu­re Alpha­bet of Ani­mals“ (zu Deutsch etwa: „Das Bibel­al­pha­bet der Tie­re“), und ein zwei­tes von Euge­ne Field mit dem Titel: „The Love Affairs of a Biblio­ma­niac“ (zu Deutsch etwa: „Die Lie­bes­af­fä­ren eines Bücher­lieb­ha­bers“). Viel­leicht kom­me ich auch ein­mal auf Letz­te­res zu spre­chen, denn der­ar­ti­ge Lie­bes­af­fä­ren inter­es­sie­ren mich immer bren­nend … Aber für die­ses Mal möch­te ich beim ers­te­ren Titel bleiben.

Logos ist in ers­ter Linie ein Bibel­pro­gramm. Mein Ziel war es, die viel­fäl­ti­gen Funk­tio­nen von Logos ken­nen­zu­ler­nen, wäh­rend ich die­ses kos­ten­lo­se Buch lese, bear­bei­te und mit einem Bibel­stu­di­um ver­knüp­fe. Und das mache ich alles, ohne die Bibel­soft­ware zu ver­las­sen. In Logos kam man eben nicht nur Bücher lesen, son­dern auch dar­in mar­kie­ren und Noti­zen anle­gen. Die zahl­rei­chen Ver­knüp­fun­gen zu ande­ren Logos Wer­ken und Funk­tio­nen ermög­li­chen dazu ein beglei­ten­des gründ­li­ches Bibel­stu­di­um. Wir schau­en uns das mal im Ein­zel­nen an.

Entdeckungen im “Bibelalphabet der Tiere”

Die­ses Buch ist bereits im Jah­re 1842 bei der dama­li­gen ame­ri­ka­ni­schen „Trak­tat­ge­sell­schaft“ erschie­nen. Erst wenn man anfängt zu lesen, begreift man, dass es sich dabei wahr­schein­lich um ein Kin­der­buch han­delt, das viel­leicht auf Sonn­tags­schul­lek­tio­nen zurück­geht, die von jener Frau gestal­tet und gehal­ten wurden.

Es ist sicher kei­ne theo­lo­gisch tief­grün­di­ge Arbeit im Sin­ne eines Arti­kels in einem Bibel­le­xi­kon. Aber hier hat sich ein­mal jemand Gedan­ken gemacht über ver­schie­de­ne Tie­re, die in der Bibel erwähnt wer­den, und hat den Stoff für Kin­der (aber durch­aus auch für Erwach­se­ne!) auf­be­rei­tet. Das beginnt bei­spiels­wei­se gleich mit einer Betrach­tung über die Amei­se, bei der natür­lich – wie kann es auch anders sein? – her­vor­ge­ho­ben wird, dass sie ein Mus­ter­bei­spiel für Fleiß ist und eine Beschä­mung für alle Faul­pel­ze. Etwas mora­lin­sauer heißt es des­halb auch gleich schon im ers­ten Absatz (Über­set­zung von mir): „Weißt du, ein Faul­pelz ist ein Mann, eine Frau oder ein Kind, das nicht gern liest oder irgend­ei­ne Art von Arbeit mag, aber den Schlaf liebt und den gan­zen Tag faul ist. Denkst du, du hast schon ein­mal mit so jemand Bekannt­schaft geschlos­sen?“ Eine klas­si­sche „Schlechtes-Gewissen-machen“-Passage also! Als Leser schmun­zelt man ein wenig.

Dem­entspre­chend heißt es auch etwas wei­ter unten: „Die Amei­sen schei­nen sehr glück­lich zu sein, und ich den­ke, das rührt daher, dass sie so flei­ßig sind. Gott hat nie­man­den in die­se Welt gesetzt, um faul zu sein; sogar Kin­der haben schon etwas zu tun.“ – womit der Zweck der Beleh­rung end­gül­tig klar ist.

Und so geht es buch­stäb­lich wei­ter von A bis Z: Auf die Amei­se fol­gen – unter Ande­rem – der Esel, der Bär und die Bie­ne; dann geht es wei­ter mit dem Hund, dem Kamel und dem Adler (die ame­ri­ka­ni­schen Aus­drü­cke fol­gen natür­lich dem eng­li­schen Alpha­bet). Und so geht es fort mit dem Fuchs oder Scha­kal, der Zie­ge, dem Hirsch und der Hirsch­kuh, dem Stein­bock und einer gan­zen Rei­he wei­te­rer Tie­re, bis die Betrach­tun­gen mit Abschnit­ten über den Wal und den Wolf zum Abschluss kommen.

Was sehr posi­tiv auf­fällt, sind man­che inter­es­san­te natur­wis­sen­schaft­li­che Sach­ver­hal­te, die über die ein­zel­nen Tier­ar­ten ein­ge­ar­bei­tet wer­den. Zum Bei­spiel: „Der Adler hat ein Augen­lid, das er über sei­ne Augen zie­hen kann; so kann er direkt in die Son­ne schau­en“, und die zahl­rei­chen bibli­schen Bezug­nah­men. Wo mög­lich und sinn­voll, wird auch eine geist­li­che Anwen­dung mit eingeflochten.

Was hat das mit der Bibelsoftware Logos zu tun?

Per­sön­lich rei­zen mich The­men wie das vor­lie­gen­de zum Bibel­stu­di­um, und ich dach­te mir: „Arbei­te doch die­ses Büch­lein ein­mal durch, viel­leicht gewinnst du dar­aus Stoff für Andach­ten oder gar eine Pre­digt!“ (Typi­sche Pre­di­ger-Den­ke!) Was ich dann gemacht habe, hat mir als „Logos-Neu­ling“ wie­der gehol­fen, diver­se Funk­tio­nen der Soft­ware etwas bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und einzusetzen.

Auf­fal­lend bei der Lek­tü­re war, dass es etli­che Bezug­nah­men auf Bibel­stel­len gab, die im Text auch ganz klar refe­ren­ziert waren: Wie üblich bei Logos, erschien sofort der dazu­ge­hö­ri­ge Bibel­text, wenn man mit der Maus über die ver­link­te Ver­weis­stel­le fuhr. Es gab aber auch etli­che Bezü­ge auf bibli­sche Tex­te, bei denen die­ser Hin­weis fehl­te. Und erst, als ich schon eine Rei­he von Betrach­tun­gen gele­sen hat­te, dach­te ich: Das soll­te man sich eigent­lich etwas sys­te­ma­ti­scher erschließen.

Einen Arbeitsbereich in Logos anlegen

Ich habe mir dazu als Ers­tes einen Arbeits­be­reich („Lay­out“) ein­ge­rich­tet. Er umfass­te zunächst nur das Buch selbst und mei­ne Luther­bi­bel von 1984. Immer wie­der hat­te ich auch das Suchen-Werk­zeug geöff­net. Links vom Buch­text („TSAA“) öff­ne­te ich noch mei­ne Favo­ri­ten und die Text­mar­ker. Im Favo­ri­ten-Tab konn­te ich jeweils Lese­zei­chen set­zen, wenn ein Kapi­tel durch­ge­ar­bei­tet war. Den Arbeits­be­reich selbst nann­te ich Cook, Scrip­tu­re Ani­mals. Dann konn­te ich loslegen.

Arbeitsbereiche in Logos anlegen

Zuerst las ich das zu bear­bei­ten­de Kapi­tel durch und mar­kier­te für mich wich­ti­ge Stel­len: Posi­ti­ves gelb, Nega­ti­ves rot, wie ich es gewohnt bin. Dann habe ich mich dar­an gemacht, jene Bibel­stel­len zu iden­ti­fi­zie­ren, die nicht mit Buch, Kapi­tel und Vers­an­ga­be zitiert wor­den waren. Das war manch­mal span­nend, weil der alte King-James-Text nicht immer mit dem Text und der Vers­zäh­lung in der deut­schen Bibel iden­tisch ist. Aber gewis­se For­mu­lie­run­gen kann­te ich von der Luther­bi­bel her doch und bin so (fast) allem auf die Spur gekom­men. Ich mar­kier­te jeweils das ers­te Wort des zu suchen­den Bibel­zi­tats und betä­tig­te dann die rech­te Maus­tas­te, um aus dem Kon­text­me­nü Eine Notiz anle­gen auszuwählen.

Dann such­te ich in der Luther 84 nach dem Zitat – ent­we­der durch Ein­ga­be eines in all­ge­mei­ner Form ange­ge­be­nen Bibel­bu­ches, eines ein­zel­nen Such­be­griffs oder eines ver­mu­te­ten deut­schen Wor­tes oder „Text­aus­schnitts in Anfüh­rungs­zei­chen“ in der Inli­ne-Suche.

Spä­ter ent­deck­te ich dann, dass sich ja auch die King James Ver­si­on unter mei­nen Res­sour­cen befin­det, was die Suche nach Stel­len in vie­len Fäl­len vereinfachte.

Es kamen dann nach und nach noch ande­re Res­sour­cen zu mei­nem Arbeits­be­reich dazu, wie z. B. die Biblia Hebrai­ca Stutt­gar­ten­sia, das Merriam-Webster‘s Col­le­gia­te Dic­tion­a­ry (zum Nach­schla­gen eng­li­scher Wort­de­fi­ni­tio­nen), das Enhan­ced Brown-Dri­ver-Briggs Hebrew and Eng­lish Lexi­con, das Lex­ham Bible Dic­tion­a­ry und das Nach­schla­gen-Werk­zeug. Am Schluss sah alles so aus:

Arbeitsbereiche in Logos anlegen

Wenn ein Kapi­tel fer­tig gele­sen war, mar­kier­te ich noch die Über­schrift und leg­te eine zusam­men­fas­sen­de Notiz an, in der ich alle Refe­renz­stel­len ver­merk­te, auf die ich gesto­ßen war: sowohl die bereits expli­zit ent­hal­te­nen und ange­ge­be­nen, wie auch die von mir gefun­de­nen. So habe ich nun zu jedem Kapi­tel bereits in der Über­schrift einen Über­blick über das ver­wen­de­te bibli­sche Mate­ri­al und kann im Bedarfs­fall gleich mit der Ver­wen­dung loslegen.

Vertiefende Wortstudien mit Logos

Das Gan­ze reiz­te mich aber auch zu klei­nen, wei­ter­ge­hen­de­ren Unter­su­chun­gen. So habe ich bei­spiels­wei­se bei dem Kapi­tel The Camel ein­mal nach­ge­forscht, wel­ches hebräi­sche Wort sich dazu im Grund­text vor­fin­det. Der Autor hat nur eine Refe­renz­stel­le zu die­sem Tier ange­ge­ben: 1. Mose 24. Das ist die Geschich­te von Abra­hams Knecht Elië­ser, der sich mit Kame­len auf die Suche nach einer Frau für Isaak mach­te. Aus­ge­hend von die­ser Stel­le such­te ich in mei­ner Luther 84 nach dem ers­ten Vor­kom­men des Wor­tes Kamel. Ich fand es in 1. Mose 24,10 in einer Mehr­zahl­form: „So nahm der Knecht zehn Kame­le von den Kame­len sei­nes Herrn und zog hin …“. Dann öff­ne­te ich die Biblia Hebrai­ca Stutt­gar­ten­sia und stell­te fest, wel­ches Wort für Kame­le ver­wen­det wur­de: גְמַלִּ֜ים Gemal­lim, von der Ein­zahl gamal.

Danach wur­de es erst rich­tig inter­es­sant: Als ich im Info-Bereich in die Abtei­lung Wort­in­fo wech­sel­te und den Lem­ma-Ring anklick­te, erschien unter dem Rei­ter Wort­stu­die eine Gra­fik, aus der u. a. her­vor­ging, dass das Wort in den meis­ten Fäl­len das Tier selbst meint und in weni­gen ande­ren, in Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Aus­drü­cken, z. B. Kamel­sat­tel oder Kamel­trift. Es erschie­nen auch Anga­ben über die hebräi­schen Wör­ter­bü­cher, in denen ich nach­schla­gen konn­te – und ein Stich­wort mit dem Titel: Wort­for­men-Tabel­le.

Lemma-Ring "Kamel" in Logos

Nach dem Ankli­cken die­ses Begriffs erschien unter einem Rei­ter Mor­pho­lo­gie­ta­bel­len eine Über­sicht, aus der her­vor­ging, dass das Wort im AT 46-mal erscheint, davon 31-mal als sog. abso­lu­tes Lem­ma, und 15-mal als Lem­ma im Con­struc­tus (sehr oft Mehr­zahl­for­men). Ein Ankli­cken der ver­link­ten Anga­be ganz rechts (31/​15) führ­te jeweils zum ers­ten Teil der ent­spre­chen­den Versliste.

Wortformen in Logos

Dort stand dann oben­drü­ber – je nach Art – z. B. Gat­tungs­na­me, Plu­ral, Mas­ku­li­num, con­struc­tus. Fuhr man mit der rech­ten Maus­tas­te über die­se Anga­be, öff­ne­te sich eine wei­te­re zur ent­spre­chen­den Such­for­mel, und nach Ankli­cken des Aus­drucks öff­ne­te sich ein Such­fens­ter, wo im Bereich Such­an­fra­ge schon drin stand: lemma:גָּמָל@NCMPC (“Noun com­mon, mas­cu­li­ne, Plu­ral, Con­struc­tus”). Nach Drü­cken von Enter erschien dann die kom­plet­te Lis­te aller Ver­se aus die­sem Bereich. Ich sicher­te bei­de Lis­ten über Aktua­li­sie­ren im Lay­out-Bereich. Man kann die Vers­lis­ten aber auch spei­chern, wenn man auf die drei Punk­te rechts oben klickt und im Kon­text­me­nü Als Vers­lis­te spei­chern auswählt. 

Versliste in Logos speichern

Ent­deckt habe ich auch, dass die Autorin unter dem Titel: The Peli­can ein Tier besprach, das im Bibel­text in Ps 102,6 so gar nicht vor­kommt: Dort ist von כְּכ֣וֹס (“wie die Eule”) die Rede, und das meint wohl eine Eulen­art, aber kei­nen Pelikan.

Auf­fal­lend war für mich auch das Stich­wort: „The uni­corn“; wörtl.: „das Ein­horn“ (רֵּ֣ים) – ein Begriff, der in der King James Ver­si­on nur an weni­gen Stel­len im Alten Tes­ta­ment vor­kommt und im Deut­schen meist mit „Wild­s­tier“ bzw. „jun­ger Wild­s­tier“ wie­der­ge­ge­ben wird.

Fazit

Auf alle Fäl­le zeigt sich: Sogar ein Gra­tis-Kin­der­buch aus dem Res­sour­cen­be­reich kann zum Anlass wer­den, mit Logos zu arbei­ten und neue Ent­de­ckun­gen zu machen – sowohl mit dem Pro­gramm als auch inhalt­lich. Auch wenn die Arbeit stre­cken­wei­se etwas müh­sam war, habe ich ins­ge­samt doch nicht bereut, sie durch­ge­führt zu haben. Ich bin gespannt, ob ich je Gele­gen­heit haben wer­de, ein­mal eine Andacht aus die­sem Bereich bei irgend­ei­nem Anlass einzusetzen.


Über den Autor: Peter Eng­ler ist Pre­di­ger einer ost­baye­ri­schen Frei­kir­che und war vor­her lan­ge Jah­re als Leh­rer im Dienst einer süd­deut­schen Bibel­schu­le und als Pre­di­ger im Gemein­de­dienst einer Schwei­zer Frei­kir­che. Er lebt und arbei­tet mit sei­ner Frau Mar­grit in Regens­burg. Er ist schon lan­ge ein lei­den­schaft­li­cher Leser, Schrei­ber und “Bibel­stu­die­rer” und freut sich, etwas zur The­ma­tik bei­steu­ern zu können. 

peterengler

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