Wie Christen echtes Wachstum erleben

Von Joshua Ganz

Vor 7 Monaten

Wie kön­nen Chris­ten ech­tes Wachs­tum erle­ben? Was heißt es, in Chris­tus zu sein? Was ist Wachs­tum und Hei­li­gung über­haupt? Wie geschieht die­ses Wachs­tum? In die­ser Buch­emp­feh­lung neh­me ich Sie mit auf eine Rei­se vol­ler bibli­scher Wahr­hei­ten, die Ihr per­sön­li­ches Glau­bens­le­ben und des­sen Wachs­tum begüns­ti­gen. Hier ist es also: Tie­fer, wie Chris­ten ech­te Ver­än­de­rung erle­ben.

Lese­zeit: ca. 7 Minuten

Wachstum, wieso?

Der Apos­tel Pau­lus ist ziem­lich deut­lich, wenn er in Ephe­ser 4,15 schreibt: „Wir wol­len in allem zu Chris­tus hin­wach­sen“. Oder die Stim­me von Petrus in 2. Petrus 3,18: „Wachst viel­mehr in der Gna­de und Erkennt­nis“. Die Fra­ge ist also nicht, ob wir Chris­ten wach­sen soll­ten. Die Fra­ge ist, wie wir das tun. Der grund­le­gen­de Ansatz von Dane C. Ortlund’s Buch „Tie­fer“ lau­tet, dass Ver­än­de­rung pas­siert, wenn wir tie­fer gehen:

In Chris­tus zu wach­sen bedeu­tet nicht haupt­säch­lich Ver­bes­sern, Anhäu­fen oder Erle­ben, son­dern Ver­tie­fen. Die Vor­stel­lung des Ver­tie­fens bedeu­tet auch, dass du bereits hast, was du brauchst. Das Wachs­tum als Christ besagt also, dein Han­deln, Reden und sogar dei­ne Gefüh­le in Über­ein­stim­mung mit dem zu brin­gen, was du in Wirk­lich­keit bereits bist.“ 

(Ort­lund, S. 14)

Um die­ses Wachs­tum geht es Ort­lund. Ein Wachs­tum, wel­ches nicht aus fal­schen, ego­is­ti­schen Moti­ven geschieht. Es geht um ein Wachs­tum mit der rich­ti­gen Her­zens­hal­tung und mit den Werk­zeu­gen, die wir bereits haben. Die größ­te und wich­tigs­te Kraft für das Wachs­tum über­haupt: Gott selbst (1 Kor 3,5–11).

Ech­te Ver­än­de­rung geschieht durch die­se Tat­sa­che: das Leben Got­tes in der See­le des Menschen.“ 

(Ort­lund, S. 15)

Der Autor und sein Buch

Dane C. Ort­lund ist Pas­tor in einer nord­ame­ri­ka­ni­schen, pres­by­te­ria­ni­schen Kir­che in der Nähe von Chi­ca­go. Sein Anlie­gen mit die­sem Buch ist es, Chris­ten ein neu­es und bibli­sches Ver­ständ­nis von Wachs­tum in Chris­tus zu zei­gen. Er ist des Drucks müde, Gutes zu tun, gera­de weil es oft aus einem fal­schen Motiv her­aus geschieht. Mit Tie­fer, wie Chris­ten ech­te Ver­än­de­rung erle­ben, malt er ein aus­ge­wo­ge­nes, authen­ti­sches und bibli­sches Bild vom Wachs­tum in Christus.

Das Buch erschien im Jahr 2021 unter dem eng­li­schen Ori­gi­nal­ti­tel Real Chan­ge for Real Sin­ners bei Cross­way. Die deut­sche Über­set­zung des Buches (von Tan­ja Bitt­ner) erschien beim Ver­lag Ver­bum Medi­en GmbH im Jahr 2022. 

Inhalts­an­ga­be

In neun Kapi­teln beschreibt Ort­lund aus­führ­lich, wie wir in Chris­tus wach­sen kön­nen. Die­se neun Kapi­tel die­ses Buches sind kei­ne auf­ein­an­der­fol­gen­den, not­wen­di­gen Schrit­te zum Wachs­tum, son­dern nur ver­schie­de­ne Blick­win­kel vom Begriff Hei­li­gung und des­sen Inhalt. Es wer­den hier bewusst nur die wich­tigs­ten Punk­te auf­ge­führt. Ich bin ehr­lich. Ich möch­te Sie natür­lich dazu brin­gen, das Buch zu kau­fen. Die­se Buch­emp­feh­lung kommt näm­lich kei­nes­wegs an die Wahr­hei­ten ran, die Ort­lund aus­führ­lich in sei­nem Buch beschreibt.

Der Anfang des Wachstums

Die Kapi­tel 1–3 legen die Grund­la­gen, um das rich­ti­ge Ver­ständ­nis von Recht­fer­ti­gung, Hei­li­gung und Lie­be zu bekom­men. Im ers­ten Kapi­tel beschäf­tigt sich Ort­lund mit der Fül­le, wel­che wir durch und in Chris­tus haben. Kapi­tel 2 behan­delt unse­re Lee­re, die jeder Mensch ohne (und manch­mal auch mit) Gott hat. Dar­in zeigt Ort­lund mit einer krea­ti­ven Meta­pher, wie wir Hei­li­gung ver­ste­hen soll­ten: Gott in uns. Wie eine Kän­gu­ru-Mut­ter ihr Kind im Beu­tel her­um­trägt, so dür­fen wir uns auch der Gegen­wart Got­tes stän­dig bewusst sein. Gott ist natür­lich noch viel mehr als das: Er ist die über­fül­len­de, nie ver­sie­gen­de Quel­le für alles Leben. Dass Gott in uns leben will, ist dar­über hin­aus ein enor­mes Pri­vi­leg. Im drit­ten Kapi­tel ver­tieft Ort­lund das The­ma Ein­heit und die „Chris­tus in uns und wir in ihm“-The­ma­tik.

Die Tiefe des Wachstums

In den nächs­ten sechs Kapi­teln bespricht Ort­lund die The­men, die uns dabei hel­fen, in Chris­tus zu wach­sen. Wir wach­sen als Chris­ten, weil wir sei­ne Lie­be fort­wäh­rend erfah­ren (Kapi­tel 4). Wir wach­sen als Chris­ten, weil wir aus der Recht­fer­ti­gung leben, die wir seit der Ent­schei­dung für Chris­tus als Gepäck mit uns tra­gen (Kapi­tel 5). Im 6. Kapi­tel behan­delt Ort­lund die christ­li­che Gemein­schaft – was sie einst war und wie wir sie manch­mal falsch leben. Er betont dar­in die Authen­ti­zi­tät und Ehr­lich­keit, die wir mit­hil­fe der Buße (Sün­den­be­kennt­nis) eigent­lich leben sollten.

Wachs­tum geschieht dar­über hin­aus sogar dort, wo wir lei­den (Kapi­tel 7). Falls Sie z. B. auch schon mal eine nahe­ste­hen­de Per­son ver­lo­ren haben, wis­sen Sie ver­mut­lich bereits, wie Lei­den uns hel­fen kann, in und durch Chris­tus zu wach­sen. Die­sen Schritt wünscht man sich zwar nicht, er gehört jedoch zu einem voll­um­fäng­li­chen Bild von Wachs­tum dazu. Im 8. Kapi­tel erklärt Ort­lund mit einer Meta­pher das Wesen der christ­li­chen Spi­ri­tua­li­tät: Für einen christ­li­chen Orga­nis­mus ist das Ein­at­men (Bibel­le­sen) und das Aus­at­men (Beten) not­wen­dig und exis­ten­zi­ell wie für unse­ren Kör­per auch. Im letz­ten Kapi­tel ver­tieft der Autor das Wesen des Hei­li­gen Geis­tes, der drit­ten Per­son der Drei­ei­nig­keit. Die Lie­be des Him­mels“, so schreibt er, erfah­ren wir durch den in uns woh­nen­den Geist“ (Ort­lund, S. 171ff.).

Schließ­lich ver­än­dert uns der Hei­li­ge Geist. Er offen­bart uns, wie wun­der­bar Chris­tus ist. Er stellt Jesus in den Mit­tel­punkt und unter­stützt uns dabei, Gott mit Freu­de zu gehor­chen. Dass Jesus im Mit­tel­punkt steht, ist sogleich auch die wich­tigs­te Erkennt­nis des Buches.

Das Ende (und der Anfang) des Wachstums

Doch Ort­lund will eben nicht 9 Stra­te­gien vor­stel­len, um ein bes­se­rer Christ zu wer­den. Und so schließt er sein Buch mit der wich­ti­gen und wah­ren Botschaft:

Ich habe nur eines zu sagen: Sieh auf Chris­tus. Du wirst in Chris­tus wach­sen, wenn du dei­nen Blick auf Chris­tus rich­test. Wenn du von Jesus Chris­tus weg­siehst und den Blick auf dein Wachs­tum rich­test, dann wirst du das Wachs­tum ver­hin­dern, das du dir wünschst.“ 

(Ort­lund, S. 185)

Wachstum – jetzt erst recht!

Nun möch­te ich Ihnen noch eini­ge Nug­gets von Lese­rin­nen und Lesern mit­ge­ben. Unter Nug­gets ver­steht man in der Regel gefun­de­ne Gold­klum­pen von hohem Wert. In Bezug auf den Glau­ben und die­ses The­ma sind Nug­gets also gewon­ne­ne Erkennt­nis­se, die mehr wert sind als irdi­sche Reich­tü­mer (Mt 6,19–21). Ich habe die­ses Buch mit eini­gen Leu­ten aus mei­ner Gemein­de gele­sen. Die fol­gen­den Zita­te stam­men aus unse­ren Gesprä­chen über das Buch. Das Buch hat bei uns viel aus­ge­löst. Ich hof­fe natür­lich, dass es das auch bei Ihnen tun wird, wenn Sie sich ent­schlie­ßen, es zu lesen.

Wachstum heißt: Aus der Rechtfertigung heraus leben

Ein Leser wur­de mit einem tie­fe­ren Ver­ständ­nis der Recht­fer­ti­gung belohnt:

Was mich fas­zi­niert hat, ist, dass der Autor auf­zeigt, dass wir auch in der Hei­li­gung das Evan­ge­li­um bzw. Chris­tus und sei­ne von außen kom­men­de Recht­fer­ti­gung brau­chen. Die Recht­fer­ti­gung ist ja laut Autor wie eine Fahr­kar­te für die Bahn. Wir kau­fen sie ein­mal, tra­gen sie auf unse­rer Rei­se jedoch stets mit. Genau dies geschieht doch auch in der Hei­li­gung mit Chris­tus. Täg­lich dür­fen wir aus Chris­tus und sei­ner Recht­fer­ti­gung Kraft schöp­fen, an Gott, uns und ande­ren gut zu handeln.“

Eine ande­re Lese­rin wur­de sich ihrer eige­nen Prä­gung im Zusam­men­hang von Hei­li­gung und Recht­fer­ti­gung bewusst, wenn sie schreibt:

Ich habe von mei­ner Prä­gung her Recht­fer­ti­gung und Hei­li­gung ver­mischt. Auch heu­te ste­he ich immer wie­der in der Gefahr, die­se unter­schied­li­chen Kon­zep­te zu ver­mi­schen. Es fällt mir nun leich­ter, zu ver­ste­hen, dass mein Wachs­tum und mei­ne Anstren­gung nicht davon abhängt, ob ich geret­tet bin oder nicht. Chris­tus allein hat durch sei­nen Süh­ne­tod mei­ne Recht­fer­ti­gung getan, so wunderbar!“

Wachstum heißt: Den Blick auf Jesus richten

Eine ande­re Per­son hat­te das gan­ze Buch im Blick, als sie fol­gen­des sagte:

Wachs­tum in Chris­tus geschieht, indem wir unse­ren Blick auf Jesus rich­ten. .… Mein Blick darf nicht auf mich und mein Wachs­tum gerich­tet sein, denn ich kann mich noch so sehr bemü­hen und anstren­gen, um zu wach­sen, aber es bringt nichts. Denn Jesus allein bringt Ver­än­de­rung. Des­halb ist mir der Satz auf Sei­te 185 so wich­tig gewor­den: Schau auf Chris­tus. Wenn du auf Chris­tus schaust, wirst du in Chris­tus wach­sen. Wenn du von Chris­tus weg­schaust und auf dein Wachs­tum schaust, dann ver­hin­derst du das Wachs­tum, das du dir wünschst.“

Anhand einer Meta­pher aus dem Kon­text Kampf und Krieg schil­dert eine ande­re Per­son ihre gewon­ne­nen Ansichten:

Bin ich bereit, mei­ne Kom­fort­zo­ne zu ver­las­sen; bin ich bereit, mich Gott wirk­lich und zu 100 % hin­zu­ge­ben? Kann ich den Zer­bruch, den Schmerz und die Trau­er auf mich neh­men, die nötig sind, um tie­fer in Jesus ver­wur­zelt zu sein? Es wird Zei­ten geben, in denen es mir leich­ter fällt, bei Jesus zu blei­ben. Wer­de ich auch dann sei­ne Wahr­heit auf mich neh­men und die kom­men­den Zei­ten der Dür­re auf mich neh­men in dem Bewusst­sein, dass Gott mich durch jedes Tal führt? Kurz gesagt: Bin ich bereit, den Kampf auf­zu­neh­men, um tie­fer zu wachsen?“

Die­se Fra­ge möch­te ich auch Ihnen stel­len: Sind Sie bereit, geist­lich zu wach­sen? Sind Sie bereit, sich ganz auf Jesus und sei­ne Gna­de ein­zu­las­sen, um geist­lich zu wachsen?

Schlusswort

Ich hof­fe, mit die­sem Bei­trag Ihnen das Buch und dar­über hin­aus das Wachs­tum in Chris­tus schmack­haft gemacht zu haben. Es gibt schließ­lich nichts Schö­ne­res auf die­ser Welt, als im eige­nen und im Leben ande­rer Men­schen das ret­ten­de und hei­li­gen­de Wir­ken Got­tes zu sehen. Für die­je­ni­gen Lese­rin­nen und Leser, die bis hier­her gelangt sind und eine theo­lo­gi­sche Abhand­lung über den Begriff der Hei­li­gung ver­misst haben: Ich wer­de Ihnen kei­ne bie­ten. Ich kann Ihnen ledig­lich zei­gen, wo Sie die­se Abhand­lung in Ihrer Logos-Biblio­thek finden.

Literatur- und Werkzeugempfehlung

Die ers­te Idee ist, sich im eng­li­schen Logos-Store eine evan­ge­li­ka­le Stu­die von Gary Mil­lar zu die­sem Begriff ergat­tern (A Bibli­cal Theo­lo­gy of Per­so­nal Trans­for­ma­ti­on). Falls Ihnen eng­lisch­spra­chi­ge Lite­ra­tur Mühe macht, schafft Logos Abhil­fe mit dem KI-Über­set­zungs­tool von DeepL und Goog­le Trans­la­te. Es ist ab Logos 10 Sil­ber (für Desktop/​Web) und Bron­ze (nur mobil) verfügbar.

Die zwei­te Vari­an­te ist schein­bar ein­fa­cher und beque­mer: Öff­nen Sie Ihren Dog­ma­tik- oder The­men-Assis­ten­ten und suchen Sie dar­in nach den Begrif­fen Wachs­tum oder Hei­li­gung. Logos wird Ihnen dann in Sekun­den­schnel­le diver­se Arti­kel und Defi­ni­tio­nen lie­fern, die sich in den Wer­ken Ihrer Biblio­thek zu die­sen Begrif­fen finden. 


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Joshua Ganz

Über den Autor

Joshua ist seit seinem Bachelor in Theology als Jugendpastor in der Nordostschweiz tätig. In der Schweizer Armee dient er als Armeeseelsorger. Er liebt Theologie, sein Rennrad und Kaffee. Am liebsten alles miteinander, oder zumindest nacheinander ;)

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