Der Mehrwert – Die Integration von Logos an einer theologischen Ausbildungsstätte – Teil 3

Der Mehrwert – Die Integration von Logos an einer theologischen Ausbildungsstätte 3

Ist das Glas halb leer oder halb voll? Diese Stre­it­frage und die Antworten darauf sind weniger Gegen­stand philosophis­ch­er Debat­ten als vielmehr Aus­druck der eige­nen Per­sön­lichkeit und grund­sät­zlichen Leben­shal­tung. Für einen Pes­simis­ten ist das Glas halb leer. Ein Opti­mist sieht es eher als halb voll an. Diese zweifache Per­spek­tive gibt es auf fast alles im Leben – auch im Blick auf die Inte­gra­tion von Logos an ein­er the­ol­o­gis­chen Ausbildungsstätte.

Der zweite Artikel in dieser Rei­he hat deut­lich gemacht, dass die Inte­gra­tion von Logos in die the­ol­o­gis­che Aus­bil­dung dur­chaus mit größeren Her­aus­forderun­gen ver­bun­den ist. Allerd­ings gibt es neben diesen Her­aus­forderun­gen auch große Vorteile, die der gesamten Insti­tu­tion einen entschei­den­den Mehrw­ert ver­lei­hen kön­nen. In diesem Blog­a­r­tikel möchte ich die größten Vorteile der Inte­gra­tion von Logos für die Insti­tu­tion vorstellen und beschreiben, wie man diese Vorteile nutzbar machen kann. Häu­fig ist es näm­lich so, dass ger­ade tra­di­tion­sre­iche Insti­tu­tio­nen und deren Entschei­dungsträger bei allem Neuen eher das hal­bleere als das hal­b­volle Glas sehen. Das ist schade. Das Glas ist näm­lich immer halb voll und halb leer zugle­ich. Her­aus­forderun­gen und Möglichkeit­en liegen auf ein­er Ebene.

Digitale Ureinwohner versus digitale Immigranten

Die meis­ten der heuti­gen Studieren­den wur­den in den 1990ern geboren. Sie gehören zur „Gen­er­a­tion Y“ bzw. den „Mil­len­ni­als“. Die Merk­male dieser Gen­er­a­tion sind vielfältig und divers. Für die Inte­gra­tion von Logos entschei­dend ist aber eine Beze­ich­nung dieser Alters­gruppe, die haupt­säch­lich durch Marc Pren­sky geprägt wurde.[1] Er spricht von der neuen Gen­er­a­tion als dig­i­tale Ure­in­wohn­er („Dig­i­tal Natives“). Darunter ver­ste­ht er die erste Gen­er­a­tion, die von klein auf mit der neuen Tech­nik des dig­i­tal­en Zeital­ters aufgewach­sen ist. Com­put­er­spiele, E‑Mails, Inter­net, Mobil­tele­fone, Social Media usw. sind inte­grale Bestandteile ihres Lebens. Diese all­ge­gen­wär­tige dig­i­tale Welt und die mas­sive Inter­ak­tion auf dieser Ebene führen zu anderen Denkmustern und zu einem fun­da­men­tal­en Unter­schied, Infor­ma­tio­nen zu ver­ar­beit­en. Dig­i­tale Ure­in­wohn­er sind es gewohnt, Inhalte sehr schnell zu emp­fan­gen. Sie lieben den Direk­tzu­griff auf eine Vielzahl von Infor­ma­tio­nen, ziehen die Grafik dem Text vor und funk­tion­ieren am besten, wenn sie ver­net­zt sind. Gle­ichzeit­ig fällt es den dig­i­tal­en Ure­in­wohn­ern schw­er, wesentliche Dinge aus der Infor­ma­tions­fülle her­auszukristallisieren, die Inhalte kri­tisch zu reflek­tieren und die neuen Möglichkeit­en wirk­lich pro­duk­tiv zu nutzen.

Dem gegenüber ste­hen dig­i­tale Immi­granten („Dig­i­tal Immi­grants“) oder dig­i­tale Ein­wan­der­er. Das sind all diejeni­gen, die die dig­i­tale Welt erst im Erwach­se­nenal­ter ken­nen­gel­ernt haben. Sie sind mit den dig­i­tal­en Tech­niken nicht von klein auf ver­traut, adap­tieren aber ihre dig­i­tale Umwelt, um damit zu arbeit­en. Pren­sky nen­nt beispiel­haft fol­gende Kennze­ichen: Eine E‑Mail wird aus­ge­druckt; zum Vorstellen ein­er neuen Web­site wer­den Men­schen physisch ins Büro geholt, anstatt nur die URL zu versenden; Texte müssen in Papier­form vor­liegen, um sie zu über­ar­beit­en; Musik- oder Fernsehkon­sum während der Arbeit ist nicht denkbar, da man sich nicht vorstellen kann, dass man so pro­duk­tiv arbeit­en oder ler­nen kann, usw.

Fakt ist, dass zwis­chen diesen bei­den Grup­pen eine tiefe Kluft hin­sichtlich der Nutzung von dig­i­tal­en Medi­en beste­ht. Fakt ist außer­dem, dass die meis­ten Dozen­ten dig­i­tale Ein­wan­der­er sind, während die meis­ten Stu­den­ten zur Gruppe der dig­i­tal­en Ure­in­wohn­er gehören. Das Prob­lem dabei ist, dass die immi­gri­erten Lehren­den davon aus­ge­hen, dass die Ler­nen­den wie sie selb­st sind und deshalb die gle­ichen Meth­o­d­en wie früher anwen­den. Das ist aber ein Trugschluss. Ler­nende heute sind anders. Sie gehören zu „Gen­er­a­tion Internet“.

Entschei­dend ist nun Fol­gen­des: Gute Bil­dung denkt immer vom Ler­nen­den her, weniger vom Lehren­den. Ein Dik­tum der Bil­dungswis­senschaft der let­zten Jahre ist ger­ade deshalb die Abwen­dung von der Dozen­ten­fokussierung hin zur Stu­den­ten­zen­trierung. Bil­dung gelingt über­all dort, wo man den Ler­nen­den, seine Erfahrun­gen und seine Lebenswelt in den Fokus nimmt – auch im Hin­blick auf die Werkzeuge und Meth­o­d­en. Für the­ol­o­gis­che Aus­bil­dungsstät­ten heißt das, dass sie die Studieren­den und ihre dig­i­tale Lebenswelt nicht nur ern­st­nehmen, son­dern auch darauf einge­hen soll­ten. Es muss uns gelin­gen, an die Welt der dig­i­tal­en Ure­in­wohn­er anzuknüpfen – auch in der the­ol­o­gis­chen Ausbildung.

Und hier kommt Logos ins Spiel. Logos ist prädes­tiniert dafür, die Anknüp­fung des The­olo­gi­es­tudi­ums an die Welt der dig­i­tal­en Ein­wohn­er zu leis­ten. Und Logos bietet ger­ade dadurch der Aus­bil­dung und der gesamten Insti­tu­tion einen echt­en Mehrwert.

Logos als institutioneller Mehrwert

Der insti­tu­tionelle Mehrw­ert der Inte­gra­tion von Logos ist vor allem dadurch gegeben, als dass bish­er so gut wie keine Aus­bil­dungsstätte Bibel­soft­ware zen­tral inte­gri­ert hat. Zumin­d­est nicht in der Form, als dass alle Studieren­den Logos von­seit­en der Schule bekom­men und der Umgang mit dem Pro­gramm im gesamten Cur­ricu­lum imple­men­tiert ist. Fol­glich ergeben sich vielfältige Vorteile für die ganze Institution:

  1. Alle­in­stel­lungsmerk­mal: Wer Logos zen­tral in seine Aus­bil­dung inte­gri­ert, hat – Stand heute – ein nahezu absolutes Alle­in­stel­lungsmerk­mal in der deutschsprachi­gen the­ol­o­gis­chen Aus­bil­dungs­land­schaft. Etwas Ver­gle­ich­bares gibt es bish­er kaum.
  2. Inno­va­tionskennze­ichen und ‑moti­va­tion: Wer auf den Zug der Dig­i­tal­isierung auf­springt, ste­ht in unser­er Zeit per def­i­n­i­tionem für Inno­va­tion und Fortschritt. Aber nicht nur das. Ist die Entschei­dung für die Imple­men­tierung von Logos ein­mal gefall­en, ergeben sich eine ganze Rei­he ander­er Fra­gen, die zu Inno­va­tion auf ver­schiede­nen Gebi­eten führen. Ver­bun­den mit der Ein­führung von Logos sind näm­lich Fra­gen wie die nach der IT-Infra­struk­tur, dig­i­tal­en Lern­plat­tfor­men, der Verknüp­fung mit Office-Paketen, die Frage nach dem Konzept des Flipped Class­room und so weit­er. Kurz: Wer Logos ein­führt, ebnet den Weg für Inno­va­tio­nen auf ganz ver­schiede­nen Ebenen.
  3. Vielfältige Werbe­möglichkeit­en: Die Inte­gra­tion von Logos eröffnet auch vielfältige Werbe­möglichkeit­en. Auch am „Markt“ der the­ol­o­gis­chen Aus­bil­dungsstät­ten muss man in der öffentlichen Wahrnehmung in einem gewis­sen Maße pos­i­tiv auf­fall­en. Hier ist die Zusam­me­nar­beit mit Logos Gold wert. Wer Logos inte­gri­ert, hat etwas zu erzählen und kann dies auf allen Kanälen pushen. Ange­fan­gen von der Web­site, Face­book-Posts und Videos bis hin zu aus­gedehn­ten Sto­ries auf Insta­gram ist alles denkbar. Das Tolle daran: Logos unter­stützt ger­ade diesen Bere­ich mit hohem Engage­ment und liefert Werbe­ma­te­ri­alien, Hil­festel­lun­gen und ab einem gewis­sen Umfang sog­ar eine eigene Web­site (siehe z. B. hier die Logos-Web­site der Bibelschule Brake).
  4. Kon­tak­tpflege und Dienst an Alum­ni: Die Inte­gra­tion von Logos eignet sich auch her­vor­ra­gend, um den bish­eri­gen Absol­ven­ten der Aus­bil­dungsstätte einen Dienst zu erweisen. Konkret kön­nte man darüber nach­denken, ob man im Zusam­men­hang mit dem Start der Inte­gra­tion von Logos par­al­lel eine Sam­melbestel­lung für alle Ehe­ma­li­gen der Aus­bil­dungsstätte anbi­etet. Ein­er­seits wird dadurch die Bindung zu den Alum­ni gestärkt. Ander­er­seits ist es eine tolle Möglichkeit, um die Absol­ven­ten in ihrem Dienst zu unter­stützen. Unser­er Erfahrung nach sind die Ehe­ma­li­gen mehr als dankbar für diese Möglichkeit. Daran anschließend kön­nte man darüber nach­denken, Logos-Schu­lun­gen für Ehe­ma­lige und Inter­essierte an der the­ol­o­gis­chen Aus­bil­dungsstätte anzu­bi­eten. Auch das dient der Kon­tak­tpflege und der Bindung ans Werk.
  5. Erhöhung der Attrak­tiv­ität für zukün­ftige Studierende: Der größte Vorteil der Inte­gra­tion von Logos ist der Appeal, den solch ein Unter­fan­gen auf zukün­ftige Studierende aus­löst. Wenn die Gen­er­a­tion Y (und erst Recht die nach­fol­gende Gen­er­a­tion Z) wirk­lich dig­i­tale Ure­in­wohn­er sind – und das sind sie – dann ist man als Aus­bil­dungsstätte gut berat­en, wenn man dieses dig­i­tale Mind­set in die Aus­bil­dung inte­gri­ert. Wo das geschieht, wo also der Studierende merkt, dass seine Lebenswelt und Arbeitsweise wahrgenom­men und wert­geschätzt wird, dort gehen Studierende auch hin.

Ergo: Wer Logos in seine Aus­bil­dung inte­gri­ert, erhält damit ein Alle­in­stel­lungsmerk­mal, ebnet den Weg für Inno­va­tio­nen auf ganz ver­schiede­nen Ebe­nen, schafft vielfältige Werbe­möglichkeit­en, steigert den Kon­takt und die Bindung zu den Alum­ni und erhöht damit die Attrak­tiv­ität sein­er ganzen Insti­tu­tion. All das ist – auf lange Sicht gese­hen – überlebensnotwendig!

Fazit

Logos zu inte­gri­eren, stellt ein Werk vor größere Her­aus­forderun­gen. Und ja: In einem gewis­sen Sinn ist das Glas halb leer. Ander­er­seits bietet die zen­trale Imple­men­tierung der Soft­ware aber auch nie da gewe­sene Möglichkeit­en, die nur darauf warten, genutzt zu wer­den. Vielle­icht ist der Unter­schied zwis­chen denen, die Logos in ihr eigenes Werk inte­gri­eren und denen, die es nicht tun, weniger die Bew­er­tung der jun­gen Gen­er­a­tion (denn die ist zumin­d­est hin­sichtlich der Dig­i­tal­isierung weit­ge­hend unstrit­tig) oder das Vorhan­den­sein von Ressourcen als vielmehr die Frage, ob für einen selb­st das Glas halb leer oder halb voll ist. Übri­gens: Das Glas ist bei bei­den Sichtweisen gle­ich voll. Unter­schiedlich ist nur die Perspektive!

So What?!

Denken Sie doch ein­mal über die Lebenswelt der jun­gen Gen­er­a­tion in Ihrem Aus­bil­dungskon­text nach. Wo sehen Sie Diskrepanzen zwis­chen den dig­i­tal­en Ure­in­wohn­ern und den dig­i­tal­en Immi­granten? Wo kön­nte Logos einen echt­en Mehrw­ert in Ihrem Kon­text bieten? Wie kön­nte man Logos für Ihre Aus­bil­dungsstätte, Ihre Gemeinde, Ihr Fort­bil­dungsange­bot usw. nutzen und dadurch die Attrak­tiv­ität erhöhen? Was hält Sie davon ab, die ersten Schritte für die Inte­gra­tion von Logos zu gehen?


Über den Autor: Stephanus Schäl ist Dozent für Altes Tes­ta­ment an der Bibelschule Brake, pro­moviert ger­ade in Lead­er­ship in The­o­log­i­cal Edu­ca­tion an der Colum­bia Inter­na­tion­al Uni­ver­si­ty und gehört unter anderem zum Leitung­steam vom Bibel­pro­jekt und visio­me­dia.


[1] Siehe Pren­skys rich­tungsweisenden Artikel hier und hier
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Stephanus Schäl
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