Gedanken zu Psalm 34,15 – Jahreslosung 2019

Von Thomas Zimmermann

Tipps

Suche Frieden und jage ihm nach!“

Unter die­sen Wor­ten aus Psalm 34,15 soll das Jahr 2019 ste­hen. Er wur­de als Jah­res­lo­sung von einem Gre­mi­um der Öku­me­ni­sche Arbeits­ge­mein­schaft für Bibel­le­sen1 aus­er­ko­ren, anders als die zufäl­lig aus­ge­los­te, bekann­te Tages­lo­sung. Der Vers for­dert uns dazu auf, Frie­den aktiv zu suchen.

Weshalb wurden gerade diese Verse als Jahreslosung für 2019 gewählt?

Noch immer herrscht in Deutsch­land ein rela­ti­ver Frie­de, des­halb mag die­se Losung dem einen oder ande­ren etwas komisch erschei­nen. Auch ich gehö­re zu einer Genera­ti­on, die, Gott sei Dank, noch kei­nen Krieg erle­ben muss­te. Ich erin­ne­re mich aber noch sehr gut an die Geschich­ten mei­ner Groß­el­tern und die Fol­gen, von denen auch mei­ne Eltern zu berich­ten wissen.

Die Berich­te der „Arbeits­ge­mein­schaft Kriegs­ur­sa­chen­for­schung“ oder des „Hei­del­ber­ger Insti­tuts für Inter­na­tio­na­le Kon­flikt­for­schung“ für das Jahr 2018 ste­hen noch aus.2 Den­noch wird bei einem Blick auf das Welt­ge­sche­hen 2018 schnell klar: Es war kein fried­li­ches Jahr. Auf der Web­site der Bun­des­zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung wird dies eben­falls schnell deut­lich.3

Vie­le der Kon­flik­te und Krie­ge fin­den in Afri­ka und Asi­en statt, nicht weni­ge sind Res­sour­cen­krie­ge oder Kon­flik­te zwi­schen eth­ni­schen Grup­pie­run­gen. Und obwohl der IS 2018 größ­ten­teils als besiegt gilt, ist sein Kon­flikt­po­ten­ti­al noch lan­ge nicht Geschichte.

Die Aus­sich­ten, dass 2019 fried­li­cher wer­den könn­te als das vor­he­ri­ge Jahr, ste­hen schlecht. Aus Fern­se­hen und Nach­rich­ten hört man vom Nah-Ost-Kon­flikt, von Nord­ko­rea oder einem Han­dels­krieg mit China.

In der Welt gibt es gro­ße Bestre­bun­gen für den Frie­den. Denn Krieg nimmt allen Men­schen die Lebens­grund­la­ge. Die Initia­ti­ve „Frie­den Fra­gen“4 bei­spiels­wei­se lis­tet für vie­le Kon­flik­te Erklä­run­gen, Hin­ter­grün­de und mehr, und setzt sich aktiv, auch von der Regie­rung unter­stützt, für Frie­den ein. Sie wol­len aktiv dar­an arbei­ten, aus Kin­dern Frie­dens­stif­ter in die­ser Welt zu machen.

Und so for­dert die Jah­res­lo­sung auch uns Chris­ten her­aus, in die­ser Welt Frie­dens­stif­ter zu wer­den. In jedem Fall ein heh­res Ziel.

Was steckt hinter diesem Vers?

Der Schrei­ber des Psalms, der bekann­te israe­li­ti­sche König David, bringt mit dem Psalm Lob Got­tes zum Aus­druck, nach­dem er in einer brenz­li­gen Situa­ti­on Ret­tung erlebt hat. Nach einem Teil des Lobes Got­tes (V.1–11) folgt ein Teil der Leh­re (14–23), der ein­ge­lei­tet wird wie klas­si­sche bibli­sche Weis­heits­li­te­ra­tur (V.12,13).

Es ist ein Psalm, der in der Kir­chen­ge­schich­te gro­ße Reso­nanz fin­det. Der bekann­te Kanon „Ich will loben den Herrn alle­zeit“ etwa stammt direkt aus Vers 1 die­ses Psalms. Der Apos­tel Petrus benutzt in sei­nem Brief ein direk­tes Zitat aus Vers 9: „Schme­cket und sehet, wie freund­lich der Herr ist.“ Ver­se, die auch gern für die Ein­lei­tung des Abend­mahls in vie­len Kir­chen ver­wen­den werden.

Im hin­te­ren Teil des Psalms fin­det sich unse­re Jah­res­lo­sung als Teil einer Anlei­tung für ande­re, wie man Got­tes Segen und sei­ne Bewah­rung erle­ben kann. Wie man leben soll, damit es Gott gefällt.

Auch poe­tisch hat der Psalm viel zu bie­ten. Er ist ein soge­nann­tes Akro­sti­chon, d. h. jeder neue Vers fängt mit dem nächs­ten Buch­sta­ben des hebräi­schen Alpha­bets an. Ein klas­si­sches Zei­chen für hebräi­sche Poe­sie und Literatur.

Inter­es­san­ter­wei­se wer­den Davids Wor­te der Jah­res­lo­sung auch im Neu­en Tes­ta­ment wie­der­holt, direk­te Zita­te fin­det man bei Pau­lus (Röm 14,19; 2Tim 2,22) und Petrus (1Petr 3,10–12) sowie im Hebrä­er­brief (Hebr 12,14). Anspie­lun­gen oder ähn­li­che For­mu­lie­run­gen gibt es an min­des­tens 54 wei­te­ren Stel­len des Neu­en Tes­ta­men­tes. Die Bot­schaft dort ist ein­deu­tig: Chris­ten sol­len Frie­dens­stif­ter sein.

Frie­den, ein gro­ßes Kon­zept im hebräi­schen Den­ken. Mehr noch als unser deut­sches Wort „Frie­den“ sug­ge­riert das hebräi­sche „Scha­lom“ etwas All­um­fas­sen­des. Shalom bedeu­tet mehr als Abwe­sen­heit von Krieg, es beinhal­tet Wohl­erge­hen im fami­liä­ren Umfeld, Raum sich zu ent­fal­ten, Frie­den und Lie­be in den Bezie­hun­gen. Scha­lom als Kon­zept beinhal­tet „Got­tes Ruhe“, die jenen vor­be­hal­ten ist, die Got­tes Kin­der sind. Es ist der Frie­de, nach dem sich das Volk Isra­el im Alten Tes­ta­ment sehnt, der von Gott ver­hei­ße­ne Frie­de. Immer wie­der wird er the­ma­ti­siert, und immer wie­der stellt Gott ihn in Aussicht.

David woll­te die­sem sei­nem Gott einen Tem­pel bau­en, um ihn dort anbe­ten zu kön­nen. Doch in 1. Chro­nik 22 lesen wir, dass Gott ihm klar­ge­macht hat: Jemand, der so viel Blut ver­gos­sen hat, kann kein Haus des Frie­dens bau­en. Aus die­sem Grund geht der Auf­trag des Tem­pel­baus auf sei­nen Sohn über, Salo­mo. Salo­mo, der Name bedeu­tet etwa „der Fried­fer­ti­ge“, und beinhal­tet Anklän­ge an den hebräi­schen Scha­lom. Salo­mo, ein König des Frie­dens. Unter sei­ner Herr­schaft dehnt sich das Reich aus, er sorgt für Frie­den und Wohl­stand, doch wah­ren Scha­lom hat auch er nicht gebracht.

Was hat die Jahreslosung mit uns zu tun?

Der Pro­phet Jesa­ja bekam ca. 700 v. Chr. von Gott den Auf­trag, einen wirk­li­chen Frie­dens­stif­ter anzu­kün­di­gen. Ein Kind soll gebo­ren wer­den, des­sen Name unter ande­rem „Frie­de­fürst“ sein soll (Jesa­ja 9). Der uns aus der Weih­nachts­zeit so wohl­be­kann­te Text spricht von Jesus Chris­tus, dem wah­ren Friedefürsten.

Die Engel kün­di­gen ihn an, und in Lukas 2,14 wird die Trag­wei­te deut­lich: Er ist es, der die Feind­schaft der Men­schen mit Gott been­det, ja, Frie­den mit Gott bringt.

Die­se Rea­li­tät kann unse­re Her­zen von Grund auf ver­än­dern. Das Neue Tes­ta­ment ist voll davon, wie Jesus Chris­tus unser Leben durch die­sen Frie­den mit Gott ver­än­dert. Die­se Bot­schaft hat im Lau­fe der Kir­chen­ge­schich­te immer wie­der dazu geführt, dass Men­schen Lie­der geschrie­ben haben, um dies auszudrücken.

Eber­hard Rink ver­ton­te die­se Erkennt­nis mit den ein­fa­chen Wor­ten „Jesus Chris­tus, unser Frie­den“. Ein wei­te­res, sehr bekann­tes Lied ist bei­spiels­wei­se „Mir ist wohl“ von Hora­tio Spaf­ford. Spaf­ford schreibt von Frie­den und Ruhe im Ange­sicht von Tod und Ver­lust: „Wenn Frie­de mit Gott mei­ne See­le durch­dringt, ob Stür­me auch dro­hen von fern …“

Pau­lus beschreibt die­sen Frie­den im Phil­ip­per­brief mit den Wor­ten „Der Frie­de Got­tes, der allen Ver­stand übersteigt“.

Aus die­sem Grund möch­te ich die Jah­res­lo­sung etwas umfor­mu­lie­ren und Ihnen durch die stres­si­ge Weih­nachts­zeit und „zwi­schen den Jah­ren“, in per­sön­li­chen Tra­gö­di­en und Krieg und Unru­he in der Welt zuru­fen: „Suche Chris­tus und jage ihm nach!“

Las­sen Sie uns 2019 zu einem Jahr machen, in wel­chem wir Chris­tus von gan­zem Her­zen und gan­zer Kraft nach­ja­gen, in dem wir IHM die Ehre geben und zu Frie­dens­bo­ten in die­ser Welt werden.

Jesus selbst hat uns gesagt: „Was ich euch zurück­las­se, ist Frie­den: Ich gebe euch mei­nen Frie­den – einen Frie­den, wie ihn die Welt nicht geben kann“ (Joh 14,27 nach der NGÜ).

Weih­nach­ten liegt hin­ter uns, und wir haben gefei­ert, dass Jesus in die Welt gekom­men ist. Doch wir steu­ern rela­tiv bald auf Ostern zu, ein Tag, an dem Jesus nach sei­nem Tod am Kreuz auf­er­stan­den ist und den Tod selbst besiegt hat. Er hat die Grund­la­ge für Frie­den mit Gott geschaf­fen und somit erst die Mög­lich­keit für Frie­den unter­ein­an­der. Er ver­heißt Frie­den und sorgt dafür, dass die­ses Ver­spre­chen auch ein­ge­löst wird.

Suche Chris­tus und jage ihm nach!

Die­se Gedan­ken haben Sie inspi­riert? Sie fin­den das obi­ge Motiv zur Jah­res­lo­sung hier zum Down­load. Tei­len Sie das Bild mit Ihren Freun­den oder ver­wen­den Sie es als Wall­pa­per und Hin­ter­grund auf Ihren Displays.

Jah­res­lo­sung 2019 – For­mat: 3840x2160 Pixel

Jah­res­lo­sung 2019 – For­mat: 2048x1536 Pixel

Außer­dem dür­fen Sie Bild und Gedan­ken gern für Ihre Pre­digt ver­wen­den. Sie fin­den das Bild auch im Pre­dig­tedi­tor (ent­hal­ten ab Logos 7 Sil­ber), oder in der Media­thek von Logos 7 Basic (kos­ten­los).

P.S.: Den Bei­trag zur Jah­res­lo­sung 2018 kön­nen Sie hier nachlesen.

Thomas Zimmermann

Über den Autor

Thomas lebt mit seiner Frau Kathrin in Frankfurt am Main und ist dort Mitglied der Frankfurt City Church (FeG). Er arbeitet in der IT und studiert zur Zeit berufsbegleitend am Knox Theological Seminary in Fort Lauderdale, Florida, Theologie. Logos ist dabei eines seiner Hauptwerkzeuge, genauso wie im ehrenamtlichen Dienst als Hauskreisleiter, Prediger, oder auch einfach nur zum persönlichen Bibelstudium.

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  1. Aus­führ­li­che Vor­über­le­gun­gen, exege­ti­sche Erkennt­nis­se und wei­te­re Anre­gun­gen zur Jah­res­lo­sung 2019, die Sie für die eige­ne Beschäf­ti­gung damit oder zur Vor­be­rei­tung von Bibel­ar­bei­ten usw. nut­zen kön­nen, fin­den Sie unter https://​das​-ver​ku​en​dig​te​-wort​.de/​d​o​w​n​l​o​a​d​s​/​d​o​w​n​l​o​a​d​-​i​n​f​o​/​j​a​h​r​e​s​l​o​s​u​n​g​-​2​0​1​9​-​p​s​a​l​m​-​3​4​1​5​-​a​-​v​o​r​u​e​b​e​r​l​e​g​u​n​g​en/
    Ste­phan Zeibig
    http://​das​-ver​ku​en​dig​te​-wort​.de

  2. Suche Chris­tus und jage ihm nach” ist theo­lo­gisch sicher nicht falsch, wird aber schwam­mig und unkon­kret und wird schnell mit einem Abni­cken abgetan.
    Ich schät­ze an die­ser Jah­res­lo­sung die akti­ve Auf­for­de­rung – jeden Tag neu – sich der Auf­ga­be, den Frie­den aktiv zu suchen, zu stel­len, es sich zu einer Her­zens­an­ge­le­gen­heit zu machen und durch das täg­li­che „Üben” zu einer ande­ren Hal­tung zu fin­den. Und da schau­en wir doch lie­ber nicht auf die Poli­tik (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil: fried­fer­tig???) und schon gar nicht auf die Welt­po­li­tik, die wir so wenig beein­flus­sen kön­nen. Nein, blei­ben wir bei uns, in der Fami­lie, im Beruf, in der Kir­chen­ge­mein­de, in der Nach­bar­schaft, im Ehren­amt, im Kon­takt mit Frem­den. Viel wei­ter rei­chen die Kräf­te eher nicht, oder? Noch einen Impuls zum Schluss: Es hilft sehr, sich bei die­sem Vor­ha­ben nach gutem „Hand­werk­zeug”, das wir aus der Frie­dens­päd­ago­gik, aus der gewalt­lo­sen Kom­mu­ni­ka­ti­on usw. ken­nen. Klar­heit, bei sich blei­ben – von sich ehr­lich, aber nicht angrei­fend spre­chen, den Gegen­über Respekt schen­ken, .. da ist doch schon viel auf dem Weg zum Frie­den geschafft, egal, wie das Jahr wird.
    C. M. R.

    1. Liebe/​r C.M.R,
      vie­len Dank für Ihren Kom­men­tar. Und mit Sicher­heit haben Sie recht damit, dass vie­le die­se Auf­for­de­rung abni­cken wer­den und schwam­mig finden.

      Ich will auch nicht abtun das wir all die von Ihnen genann­ten Hilfs­mit­tel gut und gern gebrau­chen sol­len. Und auch, dass wir in jeder Begeg­nung kon­kret, täg­lich, Frie­den suchen müssen.

      Aller­dings bin ich auch der Über­zeu­gung dass wir Men­schen nicht dazu in der Lage sind, Frie­den wirk­lich zu hal­ten, und ihn abseits von Chris­tus zu fin­den. Viel­mehr müs­sen wir ihn kon­kret, immer wie­der und jeden Tag neu in Chris­tus suchen und fin­den, bevor wir ihn an ande­re wei­ter­ge­ben kön­nen. Oder bevor wir selbst Frie­dens­stif­ter wer­den können.

      Es ist also viel­mehr ein akti­ves, sich abhän­gig-wis­sen von die­sem Jesus. Es ist ein sich-selbst-unfä­hig-wis­sen zu jeder guten Tat abseits von Jesus.

      Was das kon­kret für den/​die Ein­zel­ne bedeu­tet, mag unter­schied­lich aus­se­hen, aller­dings ist es nicht schwam­mig. Denn ohne ihn kön­nen wir nichts tun (Johan­nes 15,1).

      Herz­li­che Grüße,

      Ihr Tho­mas Zimmermann

  3. Suche Frie­den und jage ihm nach!
    Psalm 34,15b

    Vor etwa 60 Jah­ren frag­ten jun­ge Leu­te bei einem Bibel­ge­spräch, was habe das Chris­ten­tum eigent­lich gebracht? Habe es die Welt ver­bes­sert? Im Blick auf die von ihnen erleb­te Zeit mit den Schre­cken des Krie­ges mein­ten sie, es gäbe da nicht viel zu nen­nen. Und das Elend und die Nöte sind welt­weit noch grö­ßer gewor­den. Zur­zeit toben etwa 30 krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der-set­zun­gen auf der Erde mit schreck­li­chen Fol­gen für unbe­tei­lig­te Men­schen. Und das „christ­li­che Abend­land“, auf das vie­le so stolz sind, ist mit Waf­fen­ex­por­ten und wirt­schaft­li­chen Aus­beu­tun­gen und Unge­rech­tig­kei­ten dar­an stark betei­ligt, obwohl wir immer noch an den Fol­gen der abend­länd­li­chen Krie­ge des letz­ten Jahr­hun­derts zu tra­gen haben. 

    Frie­den, das gute Zusam­men­le­ben im gegen­sei­ti­gen Ver­ste­hen und von ein­an­der Ler­nen fällt nicht vom Him­mel. Er muss gesucht und wohl auch geübt wer­den. Das kann sehr müh­sam wer­den, weil übli­che Denk- und Emp­fin­dungs­ge­wohn­hei­ten abge­legt wer­den müs­sen. So mahnt die­ses Wort für das Jahr 2019 uns alle etwas bei­zu­tra­gen, damit die Weih­nachts-bot­schaft „Ehre sei Gott in der Höhe und Frie­de auf Erden bei den Men­schen sei­nes Wohl­ge­fal­lens“ von uns Men­schen für­ein­an­der gestal­tet und gelebt wird. Den Frie­den auch mit der gesam­ten Schöp­fung brau­chen wir alle. Wir leben in gro­ßen Zusam­men­hän­gen auch mit kleins­ten Lebe­we­sen wie Bak­te­ri­en und Viren, ohne die wir unse­re Nah­rung nicht ver­dau­en könn­ten. In der Natur wir­ken Mono­kul­tu­ren schäd­lich wie Dik­ta­tu­ren, wo nur eine Mei­nung erlaubt ist. Bun­te Wie­sen, die Gemein­schaft unter­schied­li­cher Pflan­zen und Tie­re sind ein Bild des Frie­dens. Und doch wird welt­weit ver­meint­li­cher Sicher­heit wegen immer wei­ter auf­ge­rüs­tet, obwohl der US-Gene­ral Dwight D. Eisen­ho­wer schon vor über 60 Jah­ren gesagt habe: „Jede Kano­ne, die gebaut wird, jedes Kriegs­schiff, das vom Sta­pel gelas­sen wird, jede abge­feu­er­te Rake­te bedeu­tet letzt­lich einen Dieb­stahl an denen, die hun­gern und nichts zu essen bekom­men, denen, die frie­ren und kei­ne Klei­dung haben. Eine Welt unter Waf­fen ver­pul­vert nicht nur Geld allein. Sie ver­pul­vert auch den Schweiß ihrer Arbei­ter, den Geist ihrer Wis­sen­schaft­ler und die Hoff­nung ihrer Kin­der.“ Sind es nicht die Bestoh­le­nen, die nun nach Euro­pa drän­gen? Eine Welt vol­ler Waf­fen bringt kei­nen Frieden.
    Die welt­wei­te Rüs­tung steht im Wider­spruch zum ernst­haf­ten Wil­len nach Frie­den und zur bibli­schen Bot­schaft. Bei Mat­thä­us lesen wir als Wort Jesu: „ Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben« und dei­nen Feind has­sen. Ich aber sage euch: Liebt eure Fein­de und bit­tet für die, die euch ver­fol­gen, damit ihr Kin­der seid eures Vaters im Him­mel. Denn er lässt sei­ne Son­ne auf­ge­hen über Böse und Gute und lässt reg­nen über Gerech­te und Ungerechte“(Mt 5,43ff). Pau­lus schreibt: „Ist’s mög­lich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Men­schen Frie­den. Rächt euch nicht selbst, mei­ne Lie­ben, son­dern gebt Raum dem Zorn Got­tes; denn es steht geschrie­ben (5.Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will ver­gel­ten, spricht der Herr.« Viel­mehr, »wenn dei­nen Feind hun­gert, gib ihm zu essen; dürs­tet ihn, gib ihm zu trin­ken. Wenn du das tust, so wirst du feu­ri­ge Koh­len auf sein Haupt sam­meln« (Sprü­che 25,21–22). Lass dich nicht vom Bösen über­win­den, son­dern über­win­de das Böse mit Gutem.“ (Röm 12, 18ff) Er meint, wir soll­ten uns in die Situa­ti­on ver­meint­li­cher Fein­de hin­ein­be­ge­ben. War­um denkt und han­delt er so? Wir kön­nen ihm ernst­haft hel­fen, ihm ent­ge­gen kom­men, und ihm die Ängs­te neh­men, indem wir mit ihm reden, ihm zuhö­ren und zu ver­ste­hen suchen. Das for­dert eine Abkehr von unse­rem übli­chen ego­zen­tri­schen Den­ken und Urtei­len. Mar­kus berich­tet uns von der Bit­te zwei­er Jün­ger nach einem Ehren­platz im künf­ti­gen Reich Jesu. „Und als das die Zehn hör­ten, wur­den sie unwil­lig über Jako­bus und Johan­nes. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herr­scher gel­ten, hal­ten ihre Völ­ker nie­der, und ihre Mäch­ti­gen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; son­dern wer groß sein will unter euch, der soll euer Die­ner sein; und wer unter euch der Ers­te sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Men­schen­sohn ist nicht gekom­men, dass er sich die­nen las­se, son­dern dass er die­ne und sein Leben gebe als Löse­geld für vie­le.“ (Mk 10,41ff) Eine sol­che Lebens­hal­tung der Abkehr von den übli­chen ego­is­ti­schen Wert­vor­stel­lun­gen kann zum Frie­den füh­ren. Jesus will uns befrei­en von der Sucht oder dem Stre­ben über ande­ren zu ste­hen, mehr und erfolg­rei­cher zu wer­den. Denn das ist die Wur­zel aller Krie­ge und unfai­ren Aus­ein­an­der-set­zun­gen in der Poli­tik, in der Wirt­schaft, im Sport und auch in der Wis­sen­schaft und lei­der auch in den Kir­chen. Man will mehr und erfolg­rei­cher sein als die Ande­ren. Um das zu errei­chen, wer­den ger­ne auch unlau­te­re Metho­den und Lügen gebraucht. Um die ande­re Lebens­hal­tung zu ver­deut­li­chen lesen wir bei Mat­thä­us von der Gefan­gen­nah­me Jesu, dass die­ser sag­te, als einer sei­ner Jün­ger ein Schwert zog: „Ste­cke dein Schwert an sei­nen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkom­men. Oder meinst du, ich könn­te mei­nen Vater nicht bit­ten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legio­nen Engel schick­te? Wie wür­de dann aber die Schrift erfüllt, dass es so gesche­hen muss?“ Mit Waf­fen und Gewalt kann kein dau­ern­der Frie­de geschaf­fen wer­den, denn Macht und Gewalt bewir­ken Unter­drü­ckun­gen und ent­wür­di­gen die Men­schen. Johan­nes schreibt vom Ver­hör vor Pila­tus als Wort Jesu: „Mein Reich ist nicht von die­ser Welt. Wäre mein Reich von die­ser Welt, mei­ne Die­ner wür­den dar­um kämp­fen, dass ich den Juden nicht über­ant­wor­tet wür­de; nun aber ist mein Reich nicht von die­ser Welt. Da frag­te ihn Pila­tus: So bist du den­noch ein König? Jesus ant­wor­te­te: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu gebo­ren und in die Welt gekom­men, dass ich die Wahr­heit bezeu­gen soll. Wer aus der Wahr­heit ist, der hört mei­ne Stim­me. Spricht Pila­tus zu ihm: Was ist Wahr­heit?“ (Jo 18,36ff)
    In dem Auf­er­ste­hungs­ka­pi­tel (1.Kor 15,3) lesen wir in unse­ren Bibeln: „Dass Chris­tus gestor­ben ist für uns­re Sün­den nach der Schrift“ Nach einer mög­li­chen und sach­lich wohl rich­ti­ge­ren Über­set­zung kön­nen wir das Ster­ben Jesu am Kreuz aber so ver­ste­hen: Er starb am Kreuz, um unse­re Sün­den aus der Welt zu schaf­fen. Der von der Gesell­schaft ver­ach­te­te und ver­ur­teil­te Jesus wur­de zum Chris­tus, zum Sohn Got­tes. Das Urteil der Herr­schen­den gilt nicht, dar­um kön­nen wir im Sin­ne Jesu leben, auch wenn es nach den übli­chen Wert­maß­stä­ben erfolg­los und ver­ge­bens erscheint.
    In die­sem Sin­ne soll­ten wir auch die Pre­digt des Täu­fers ver­ste­hen. „Johan­nes der Täu­fer war in der Wüs­te und pre­dig­te die Tau­fe der Buße zur Ver­ge­bung der Sün­den.“ Das grie­chi­sche Wort, das hier mit Ver­ge­bung über­setzt wird, ist dem Stamm nach das glei­che, das bei der Beru­fung der ers­ten Jün­ger für das „Ver­las­sen“ ihrer bis­he­ri­gen Lebens­grund­la­gen steht. So geht es nicht um die Ver­ge­bung der Sün­den son­dern um das Ver­las­sen der Denk­struk­tu­ren der Sün­den. Dem ent­spricht auch ein Wort aus dem Titus­brief: „Denn es ist erschie­nen die heil­sa­me Gna­de Got­tes allen Men­schen und nimmt uns in Zucht, dass wir absa­gen dem ungött­li­chen Wesen und den welt­li­chen Begier­den und beson­nen, gerecht und fromm in die­ser Welt leben.“(Titus 2,11f) Wenn wir nicht mehr unser Leben von den Struk­tu­ren dem Stre­ben nach mehr Macht, Reich­tum, Gewinn und Erfolg bestim­men las­sen son­dern von der Zuwen­dung und Lie­be zu gesell­schaft­lich ver­ach­ten Men­schen, den Klei­nen, dann wer­den wir wohl etwas zum Frie­den und Über­le­ben der Mensch­heit beitragen.
    „Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frie­den und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)

    Mein Wunsch ist, dass wir alle im Klei­nen und Gro­ßen Kraft und Weis­heit fin­den wer­den, vom Bösen zu las­sen und Gutes zu tun, und so etwas zur Hei­lung der Gesell­schaft im Frie­den näher zu kommen,

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