Thematische Recherche mit dem Themen-Assistenten

Von Florian Gostner

Tipps, Werkzeuge

Hands-on Logos

Neu­lich kam in unse­rer Gemein­de nach der Pre­digt die Fra­ge auf, inwie­fern Krank­heit und Sün­de zusam­men­hän­gen. „Kön­nen Men­schen auf­grund ihrer eige­nen Sün­de krank sein?“ Ich ent­schloss mich, die­ser Fra­ge mit­hil­fe von Logos auf den Grund zu gehen, und kann nun fest­stel­len: Auch für The­men­stu­di­en ist Logos eine gro­ße Hil­fe. In die­sem Blog-Bei­trag will ich Ihnen mei­ne Vor­ge­hens­wei­se, die ver­wen­de­ten Tools in Logos und auch die Ergeb­nis­se aus mei­ner kur­zen Stu­die zu die­sem The­ma vorstellen:

Anmer­kung: Inzwi­schen sind die hier vor­ge­stell­ten Funk­tio­nen gänz­lich auch in deut­scher Spra­che ver­füg­bar! Die erwähn­ten eng­li­schen Inhal­te sind dabei mit­hil­fe deut­scher Stich­wör­ter ver­füg­bar, sofern die Wer­ke in Ihrer Biblio­thek vor­han­den sind. 

Der Anfang: Der Themen-Assistent

Mei­ne Suche nach Ant­wor­ten star­te ich mit dem The­men-Assis­ten­ten. Eine Suche nach „Krank­heit“ lan­det noch kei­ne Tref­fer: Deut­sche Such­be­grif­fe wer­den wohl erst in Zukunft ver­füg­bar sein. Also ver­su­che ich es mit „Dise­a­se“ und habe bekom­me schon eine hilf­rei­che Zusam­men­stel­lung von Defi­ni­tio­nen, Arti­keln, Assis­ten­ten und Schlüs­sel­ver­sen zum Thema:

themen-assistent-disease

Schlüsselverse

Anstatt mei­ne Bibel mit der Such­funk­ti­on nach dem Begriff „krank“ oder „Krank­heit“ zu durch­su­chen und dabei wohl wich­ti­ge Stel­len zu über­se­hen, kann ich mit einem Klick auf „51 Abschnit­te in NASB öff­nen“ alle auf­ge­lis­te­ten Schlüs­sel­ver­se in mei­ner Lieb­lings-Bibel öff­nen, oder eine Lis­te aller Ver­se zu spei­chern. Um mir einen Über­blick über alle Ver­se zu ver­schaf­fen, wäh­le ich die zwei­te Opti­on und kli­cke auf „Als Vers­lis­te spei­chern“. Das Ergeb­nis ist eine Lis­te von 51 rele­van­ten Bibel­stel­len, für die ich wahr­schein­lich ohne Logos etwas län­ger gesucht hätte:

versliste-krankheit

Ich begin­ne nun, die Ver­se durch­zu­le­sen, zu sor­tie­ren und nach The­men zu ord­nen. Dazu bie­tet Logos die Mög­lich­keit, Über­schrif­ten ein­zu­fü­gen, und die Ver­se per Drag-and-Drop her­um­zu­schie­ben. So kann ich Ver­se, die eine ähn­li­che Aus­sa­ge haben, zusam­men­fas­sen und spä­ter leich­ter wie­der fin­den. Will ich den Kon­text eines Ver­ses lesen, so kann ich ein­fach auf die blaue Bibel­stel­le kli­cken und Logos öff­net ein zwei­tes Fens­ter der­sel­ben Bibel­über­set­zung mit dem gesam­ten Kapi­tel. Erscheint mir ein Vers für mein aktu­el­les Stu­di­um nicht rele­vant, kann ich ihn mit einem Klick aus der Lis­te löschen. Mei­ne Samm­lung sieht nun so aus:

krankheit-versliste

Schon nach dem Lesen die­ser Ver­se ist klar: Vor allem in den alt­tes­ta­ment­li­chen Stel­len scheint es eine Ver­bin­dung zwi­schen Gehor­sam und Segen (Exo­dus 15,26) bzw. Unge­hor­sam uns Sün­de (Levi­ti­kus 26,14–16) zu geben; auch wenn klar ist, dass nicht jede Krank­heit durch per­sön­li­che Sün­de her­bei­ge­führt wird (sie­he Hiob 2,7 oder Johan­nes 9,1–3). Des Wei­te­ren fand ich Ver­se über vie­le Hei­lun­gen (z. B. Mar­kus 7,32–33), Pau­lus’ Krank­heit, um sich nicht zu über­he­ben (2 Korin­ther 12,7), und Got­tes Sou­ve­rä­ni­tät auch über Krank­heit (Deu­te­ro­no­mi­um 32,39–40) unter den Schlüsselversen.

Artikel und Ergebnisse aus der Bibliothek

Nach die­ser Durch­sicht der Schlüs­sel­stel­len keh­re ich wie­der zum The­men-Assis­ten­ten zurück und durch­stö­be­re nun mei­ne Biblio­thek nach Arti­keln zum The­ma Krankheit:

definitions-krankheit

Zuerst lese ich den umfang­rei­chen Arti­kel im Evan­ge­li­cal Dic­tion­a­ry of Bibli­cal Theo­lo­gy und wer­de fün­dig. Beson­ders im fol­gen­den Abschnitt wird der Zusam­men­hang von Sün­de und Krank­heit diskutiert:

For Jewish minds the under­ly­ing pro­blem was espe­cial­ly acu­te. God crea­ted all things, and they were “very good.” Wha­te­ver in human expe­ri­ence was not “good” was the­re­fo­re ali­en to God’s inten­ti­on. Pain, sick­ness, and death must be due to self-wil­led inter­fe­rence by human­kind with God’s per­fect plan. So Gene­sis 1–3 pres­ents the most com­mon Jewish theo­di­cy: Sick­ness and dis­tress are God’s judgment on evil. Even the pains of child­birth are held to be a punish­ment for sin (Gen. 3:16; cf. Deut. 28:15–68; 32:39). The code of punish­ments pre­scri­bed by the law for par­ti­cu­lar sins rests upon this eva­lua­ti­on, that the sin­ner should suffer.
Job’s friends thus argued that his dise­a­se and suf­fe­ring pro­ved his sin­ful­ness; the Pha­ri­sees argued like­wi­se, as did Jesus’ disci­ples (John 9:2); and Paul so inter­prets the sick­ness pre­va­lent at Corinth (1 Cor. 11:27–30). Job, howe­ver, reso­lute­ly affir­med his inno­cence, and the les­son of the book is that suf­fe­ring may be per­mit­ted to test and vin­di­ca­te devo­ti­on. Paul, too, loo­ked upon his “thorn” as a spi­ri­tu­al disci­pli­ne and edu­ca­ti­on (1 Cor. 11:30).
Ano­t­her modi­fi­ca­ti­on of the assu­med con­nec­tion bet­ween sick­ness and sin accep­ted that others might be inno­cent­ly invol­ved. The sins of the fathers might be visi­ted upon child­ren unborn (Exod. 20:4), while social sins might bear most hea­vi­ly upon one who bore the sins of others (Isa. 53). In this way, all are “bound secu­re­ly in the bund­le of the living” (1 Sam. 25:29), alt­hough against this Eze­kiel and others pro­tes­ted (Ezek. 18; cf. Deut. 24:16; Jer. 31:29–30).
Jesus, too, very firm­ly rejec­ted the theo­ry that indi­vi­du­al sick­ness and suf­fe­ring were always due to indi­vi­du­al sin, when the ques­ti­on was put to him con­cer­ning Pilate’s cru­el­ty to cer­tain Gali­le­ans, and a fal­ling tower that kil­led eigh­teen, and yet again in reply to his disci­ples (Luke 13:1–5; John 9:3). Jesus met sick­ness and aff­lic­tion with unfai­ling sym­pa­thy, never with con­dem­na­ti­on, even when some con­nec­tion with sin might be assu­med. He did pro­noun­ce for­gi­ve­ness for a para­ly­tic befo­re healing him (Mark 2:5), pos­si­b­ly to remo­ve from the sufferer’s mind the obsta­cle, based on recei­ved doc­tri­ne, that healing could not begin until the sin that cau­sed it was par­do­ned. Or he may have dia­gno­sed that patient’s spi­ri­tu­al con­di­ti­on as clear­ly as his phy­si­cal need. So Jesus war­ned ano­t­her hea­led man to “stop sin­ning,” that not­hing worse befall him (John 5:14).” – Wal­ter A. Elwell, Evan­ge­li­cal dic­tion­a­ry of bibli­cal theo­lo­gy, Baker refe­rence libra­ry (Grand Rapids: Baker Book House, 1996).

Auch Baker Ency­clo­pe­dia of the Bible lie­fert einen hilf­rei­chen Arti­kel zur Beant­wor­tung mei­ner Fra­ge, indem es neben dem bibli­schen Kon­zept von Krank­heit und Jesu’ Umgang mit Krank­heit auch den Ursprung von Krank­heit diskutiert:

All ear­ly peo­p­les attri­bu­t­ed events and phe­no­me­na to the super­na­tu­ral, eit­her to various gods or to evil spi­rits. The Hebrews were dif­fe­rent by being strong mono­the­ists, attri­bu­ting all phe­no­me­na to the one true God who had reve­a­led hims­elf to them (Is 45:21). God was respon­si­ble for ever­ything, inclu­ding dise­a­se and evil (Is 45:7). This same God could also give mate­ri­al bles­sings, health, and heal all dise­a­ses (Ps 103:3). To the Hebrews, God could give health or sick­ness, and in eit­her case he had his pur­po­se or reason.
One pur­po­se of dise­a­se was punish­ment for wrong­do­ing (2 Sm 24:1, 12–16; 1 Cor 10:8). In the Hebrew mind, even when the immedia­te cau­se of the dise­a­se and death was obvious—as many poi­son­ous sna­kes bit­ing peop­le in the camp—the respon­se was not to kill all the sna­kes but to pray to God for for­gi­ve­ness (Nm 21:4–9). Lepro­sy, which liter­al­ly means “a smi­t­ing,” was a devas­ta­ting dise­a­se sent by God to punish indi­vi­du­als who sin­ned (Nm 12; 2 Kgs 5:27).
God also sent dise­a­se to demons­tra­te his power or to pro­tect his peop­le. The ten pla­gues in Egypt illus­tra­te the for­mer; the eli­mi­na­ti­on of Sennacherib’s army the lat­ter (2 Kgs 19:34–36). Wal­ter A. Elwell und Bar­ry J. Beit­zel, Baker ency­clo­pe­dia of the Bible (Grand Rapids, MI: Baker Book House, 1988), 634.

Zusätz­lich wer­den jedoch auch noch die Sün­den der Vor­fah­ren als Ursa­che für Krank­heit genannt:

Sin of Ances­tors. Sick­ness could also come about becau­se of the sins of one’s ances­tors (Ex 20:5; Lv 26:29; 1 Kgs 17:18; Jb 21:19; Lam 5:7). The most striking examp­le of this is the death of David’s son as a result of his sin with Baths­he­ba (2 Sm 12:15). This con­cept of the ori­gin of dise­a­se con­ti­nued into NT times and was fami­li­ar to the disci­ples of Jesus (Jn 9:2). – Wal­ter A. Elwell und Bar­ry J. Beit­zel, Baker ency­clo­pe­dia of the Bible (Grand Rapids, MI: Baker Book House, 1988), 634.

Auch New Nave’s Topi­cal Bible bie­tet eine Ansamm­lung rele­van­ter Bibel­stel­len zum The­ma. Gut zu wis­sen fürs nächs­te Mal:

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Ich stol­pe­re auch über das Dic­tion­a­ry of Bible The­mes, wel­ches neben der Auf­lis­tung von ver­schie­dens­ten Krank­hei­ten auch die diver­sen Ursa­chen für die­se Krank­hei­ten nennt: Erb­sün­de, Unglück, Stra­fe und Prü­fung. Die­sel­be Auf­lis­tung kann auch in der Rubrik „The­ma­ti­sche Glie­de­rung“ im Pre­digt-Assis­ten­ten gefun­den werden.

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Noch wich­ti­ger sind jedoch die letz­ten bei­den Punk­te, die mein Augen­merk auf Jesu’ Erlö­sungs­werk am Kreuz rich­ten, wel­ches nicht nur die end­gül­ti­ge Lösung für Sün­de ist, son­dern auch für Krank­heit. Somit bewirkt sein Opfer am Kreuz nicht nur Erret­tung, son­dern auch Hei­lung: Denn als Jesus am Kreuz stirbt und so Got­tes gerech­te Stra­fe für unse­re Sün­de an unse­rer Stel­le auf sich nimmt, nimmt er nicht nur die Schuld und Stra­fe der Sün­de weg, son­dern auch die Aus­wir­kun­gen der Sün­de: Krank­heit, Leid und Tod (Jesa­ja 53,4–5 und Mat­thä­us 8,17).

Auch wenn noch nicht alle die­se Seg­nun­gen hier und heu­te ver­wirk­licht wer­den, so dür­fen Chris­ten sich freu­en. Wir freu­en uns auf eine Ewig­keit, in der es durch Jesu Tod und Auf­er­ste­hung kei­ne Sün­de, kei­ne Krank­heit, kei­nen Tod und kein Leid mehr geben wird (Offen­ba­rung 22,1–3).

Predigten

Logos durch­sucht mei­ne Biblio­thek nicht nur nach Arti­keln und pas­sen­den Bibel­stel­len, son­dern wirft auch Pre­dig­ten zum The­ma aus. Beim Durch­le­sen einer Pre­digt über Mat­thä­us 8,16–17 von Spur­ge­on wer­de ich wie­der fündig:

Jesus Christ took upon hims­elf our sick­nes­ses by his cham­pions­hip of our huma­ni­ty. Satan mis­led our first par­ents, and the powers of darkness held us cap­ti­ve. In con­se­quence of sin we have beco­me sick and infirm, and liable to suffer.
Now, when our Lord Jesus came on earth, he as good as said, “I am the Seed of the woman; and I have come to brui­se the head of men’s advers­a­ry.” So Christ, in that respect, took upon hims­elf all the con­se­quen­ces which come of sin. He stood forth as the Cham­pion of fal­len man­hood, to fight Satan, and cast him out of men’s bodies; to batt­le with dise­a­se, and to over­throw the evil which lies at the root of it, that men might be made healt­hy. - C. H. Spur­ge­on, The Metro­po­li­tan Taber­na­cle Pul­pit Ser­mons, Bd. 36 (Lon­don: Pass­mo­re & Ala­bas­ter, 1890), 38.

Auch Spur­ge­on bestä­tigt den zuvor genann­ten Ver­bin­dung von Sün­de und Krank­heit: Erst durch Adams Sün­de kam Krank­heit und Tod in die Welt. So gese­hen besteht immer ein indi­rek­ter Zusam­men­hang von die­ser ers­ten Sün­de und jeder nach­fol­gen­den Krank­heit. Wie dank­bar dür­fen wir sein, dass Jesus nicht nur der Sie­ger über Krank­heit, son­dern auch über die Wur­zel jeden Übels und allen Lei­dens – über Sün­de – ist!

Fazit

Mein Résu­mé aus die­ser kur­zen the­ma­ti­schen Recher­che: Logos bie­tet eini­ge hilf­rei­che Werk­zeu­ge, die einem beim Erar­bei­ten und Stu­die­ren von The­men eini­ges Nach­schla­gen und Her­um­su­chen abneh­men kön­nen. Und dabei habe ich heu­te das Fak­ten­buch, die Erfor­schen-Funk­ti­on, das Wort­sinn-Lexi­kon und eini­ge ande­re Logos-6-Fea­tures gar nicht erwähnt, ganz zu schwei­gen von zahl­rei­chen Kom­men­ta­ren zu den ein­zel­nen Bibel­stel­len, die eben­falls Teil vie­ler Logos Basis-Pake­te sind.

Florian Gostner

Über den Autor

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  1. Vie­len Dank,
    die­ser Bei­trag ist sehr hilfreich.
    Beson­ders die Funk­ti­on mit dem ein­fü­gen von Überschriften
    und die Sor­tie­rung der Ver­se via Drag-and-Drop.

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