Meine Entdeckungsreise: Note – oder das „Mark” im Matthew Henry Kommentar

Von peterengler

Tipps

Einer der alt­ehr­wür­digs­ten Kom­men­ta­re, die wir haben, ist der berühm­te eng­li­sche Bibel­kom­men­tar von Mat­thew Hen­ry, der mitt­ler­wei­le auch auf Deutsch in sechs Bän­den vor­liegt. Natür­lich gibt es ihn auch als Logos Res­sour­ce (aller­dings nur auf Eng­lisch). Was ich damit „erlebt“ habe – davon will ich in die­sem Blog-Bei­trag berichten.

Von einer Hass­lie­be mag ich nicht spre­chen – auf eine Wei­se hat­te ich immer eine Zunei­gung zu die­sem Kom­men­tar. Nur den rech­ten Zugang dazu fand ich nicht. 

Vor vie­len Jah­ren habe ich mir eine schö­ne ame­ri­ka­ni­sche Aus­ga­be ange­schafft, bestellt über chris​ti​an​books​.com, in sechs Bän­den, Ein­band in Schwarz und Blau, mit Titel in Gold­prä­gung auf dem Buch­rü­cken. Und ich las auch dar­in – aber nach eini­ger Zeit ver­sieg­te der Impuls. Der Kom­men­tar ist aus­ufernd aus­führ­lich und in den For­mu­lie­run­gen weit­schwei­fig – auch wenn ich durch­aus erken­nen konn­te, dass es sich wohl um ein schö­nes, ehr­wür­di­ges Eng­lisch han­del­te, in dem hier geschrie­ben wurde.

Eines Tages kam der Moment, an dem ich den Ein­druck hat­te: Es hat kei­nen Sinn. Ich schaf­fe den Kom­men­tar wie­der ab. Gesagt, getan – und hin­ter­her bit­ter bereut.

Dann, nach lan­ger Zeit, bot mir plötz­lich ein Freund über­ra­schend sei­ne Aus­ga­be des Mat­thew Hen­ry Com­men­ta­ry (MHC) an, die zwar nicht ganz so schön war, aber doch in Ord­nung – und somit hat­te ich ihn wie­der. Und auch die­sel­ben Probleme.

Und dann kam Logos ins Haus, und bei der Anschaf­fung von Res­sour­cen­pa­ke­ten unter ande­rem auch der Mat­thew Hen­ry Com­men­ta­ry MHC – jetzt in elek­tro­ni­scher Form. 

Nun gibt es etwas an die­sem Kom­men­tar, was ich schon immer geschätzt habe: näm­lich Mat­thew Hen­rys apho­ris­me­n­ar­ti­ge Bemer­kun­gen, die über­all dort im Kom­men­tar erschei­nen, wo er einen Satz – oder meh­re­re in num­me­rier­ter Auf­zäh­lung – ein­lei­tet mit „Note“ = „Beach­te“. Die „Note-Bemer­kun­gen“ emp­fand ich schon immer als so etwas wie das „Mark“ des MHC

Und dann kam ein Abend, an dem mir plötz­lich fol­gen­de Idee kam: Ich rief über die Such­funk­ti­on den Kom­men­tar auf und gab in der Inli­ne-Suche an: „Note“.

Das Ergeb­nis war durch­schla­gend. 8332-mal erscheint im gesam­ten Rie­sen­kom­men­tar eine sol­che Bemer­kung. Und da hat­te ich sie nun alle vor mir – oben­drü­ber jeweils fein säu­ber­lich mit Bibel­vers oder Bibel­ab­schnitt, auf die sich die Bemer­kung bezieht.

Mich pack­te eine rich­tig­ge­hen­de Erre­gung. Das, was ich schon immer gern mal getan hät­te – da hat­te ich es nun vor mir: sämt­li­che „Note-Bemer­kun­gen“ des MHC

Dar­auf­hin leg­te ich mir einen Arbeits­be­reich an mit fol­gen­dem Inhalt. Da sind:

  1. die „Note-Bemer­kun­gen“ des MHC
  2. die King-James-Ver­si­on zum Nach­le­sen der betref­fen­den Bibelstelle
  3. die Bibel in der Über­set­zung von Mar­tin Luther (1984) zum Vergleichen
  4. ein neu erstell­tes Notiz­buch mit dem Titel: „Note“
  5. das Text­mar­ker-Werk­zeug ganz links
  6. das Nach­schla­gen-Werk­zeug ganz rechts

Und das Gan­ze natür­lich alles in jeder Res­sour­ce schön ver­knüpft mit „A“ über das Menü mit den drei Punk­ten rechts oben. Das Gan­ze sieht dann so aus:

Die gefun­de­nen „Notes“ wer­den vom Pro­gramm auto­ma­tisch gelb unter­legt. Mei­ne Anstrei­chun­gen bezie­hen sich wie üblich in Grün auf (für mich) posi­ti­ve Aus­sa­gen, und in Rot auf nega­ti­ve. Dazu kommt die Anzei­ge für ange­leg­te Noti­zen vor „Note“.

Denn im Kom­men­tar mar­kier­te ich nun jeweils das Wort „Note“ und klick­te im Kon­text­me­nü auf das dort ange­bo­te­ne „Eine Notiz in Note anle­gen“. Dort ver­merk­te ich nun zu den ein­zel­nen „Note-Sät­zen“ noch mei­nen eige­nen Kom­men­tar – sie­he ein Bild als Beispiel:

Wenn ich die Bibel­stel­len­an­ga­be über den „Note-Bemer­kun­gen“ im Kom­men­tar ankli­cke, öff­net sich eine zwei­te Instanz des MHC, die mich jeweils zur eigent­li­chen Text­stel­le führt, so dass ich auch den gesam­ten Kon­text nach­le­sen kann, wenn ich möchte:

Und so schwel­ge ich nun und „fes­te“ – in den „Note-Bemer­kun­gen“ des MHC! Das wird natür­lich ein Unter­neh­men sein, dass mich lan­ge beschäf­ti­gen wird. Aber ich bin nicht in Eile, und immer mal wie­der die Bemer­kun­gen zu je einem Kapi­tel ver­ar­bei­ten – das ist mach­bar. Nach­fol­gend noch die Bei­spie­le aus den fünf Bemer­kun­gen zu 1. Mose 3,1–5 (Geschich­te vom Sün­den­fall) – zuerst im Ori­gi­nal, und dann in mei­ner eige­nen Über­set­zung plus per­sön­li­chem Kommentar:

Gene­sis 3,1–5

Note, It is a dan­ge­rous thing to tre­at with a tempt­ati­on, which ought at first to be rejec­ted with dis­dain and abhorrence. 

Beach­te: Es ist gefähr­lich, sich mit einer Ver­su­chung zu befas­sen, die doch in ers­ter Linie mit Ver­ach­tung und Abscheu zurück­ge­wie­sen wer­den sollte.

Eige­ner Kom­men­tar dazu: Womit wir uns beschäf­ti­gen, das zie­hen wir herbei!

Gene­sis 3,1–5

Yea,” says she, “we may eat of the fruit of the trees, thanks to our Maker, we have ple­nty and varie­ty enough allo­wed us.” Note, To pre­vent our being une­a­sy at the restraints of reli­gi­on, it is good often to take a view of the liber­ties and com­forts of it. 

Ja“, sagt(e) sie, „wir dür­fen dank unse­res Schöp­fers von den Früch­ten der Bäu­me essen; wir haben Fül­le und Ver­schie­den­heit genug, die uns erlaubt ist.“ Beach­te: Um uns davon abzu­hal­ten, sich mit den Ein­schrän­kun­gen der Reli­gi­on unwohl zu füh­len, ist es gut, häu­fig einen Blick auf ihre Frei­hei­ten und Annehm­lich­kei­ten zu werfen.“

Eige­ner Kom­men­tar dazu: Geni­al aus­ge­drückt! Schaue nicht auf das, was du nicht “darfst”, son­dern auf das, was du darfst! (Betrach­te nicht die Ein­schrän­kun­gen, son­dern die Freiheiten!)

Gene­sis 3,1–5

Note, Wavering faith and wavering reso­lu­ti­ons give gre­at advan­ta­ge to the tempter.

Beach­te: Schwan­ken­der Glau­be und eben­sol­che Ent­schlüs­se ver­schaf­fen dem Ver­su­cher einen gro­ßen Vorteil.

Eige­ner Kom­men­tar: Daher ist Ent­schie­den­heit nötig! Sie­he Spur­ge­ons Pre­digt über Jos 24,15, mit dem Titel: “Ent­schie­den­heit tut not”. 1Kön 18,21.

Gene­sis 3,1–5

Note, Hope of impu­ni­ty is a gre­at sup­port to all ini­qui­ty, and impeni­ten­cy in it. 

Beach­te: Die Hoff­nung auf Straf­lo­sig­keit för­dert in hohem Maße jeg­li­che Unge­rech­tig­keit, samt der Unbuß­fer­tig­keit, die in ihr steckt.

Eige­ner Kom­men­tar: Vgl. dazu Pred 8,11.

Gene­sis 3,1–5

Note, No con­di­ti­on will of its­elf bring con­tent­ment, unless the mind be brought to it. 

Beach­te: Kei­ne Lebens­si­tua­ti­on wird von selbst Zufrie­den­heit mit sich brin­gen; es sei denn, dass der Geist (oder die Gesin­nung) zur Zufrie­den­heit gebracht wird.

Eige­ner Kom­men­tar: Man­che Unru­he darf also nicht ver­wech­selt wer­den mit einer tat­säch­lich nötigen.

Fazit

Mit dem, was mir die Such­funk­ti­on von Logos für den Umgang mit dem MHC bie­tet, erfüllt sich für mich ein klei­ner Traum. Wenn ich die­se Bemer­kun­gen durch Nach­le­sen im Kom­men­tar hät­te auf­spü­ren wol­len, wür­de ich lan­ge lesen müs­sen. So aber eröff­net sich mir eine genia­le „Abkür­zung“ – und mit den wei­te­ren Mög­lich­kei­ten des Pro­gramms eine fan­tas­ti­sche und vor allem „erbau­li­che“ Arbeits­mög­lich­keit. – Und ein klei­ner Nach­trag: Das­sel­be „Spiel“ lässt sich, wenn auch mit etwas ande­ren Ergeb­nis­sen, machen mit dem Aus­druck „Obser­ve“ („Beach­te“).


Über den Autor: Peter Eng­ler war im Lau­fe sei­nes voll­zeit­li­chen Diens­tes Pas­tor zwei­er frei­kirch­li­cher Gemein­den (in Bern und Regens­burg) und theo­lo­gi­scher Leh­rer in einer süd­deut­schen Bibel­schu­le. Im Vor­ru­he­stand lebt er jetzt mit sei­ner Frau Mar­grit in sei­ner Hei­mat­stadt Schweinfurt/​Ufr. Er ist schon lan­ge ein lei­den­schaft­li­cher Leser, Schrei­ber und “Bibel­stu­die­rer” und freut sich, etwas zur The­ma­tik bei­steu­ern zu können.

peterengler

Über den Autor

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  1. Dan­ke für die­sen Arti­kel. Es wäre noch immens hilf­reich, wenn man die Screen­shots im Bei­trag ankli­cken könn­te und dann ver­grö­ßert dar­stel­len könnte.

    1. Vie­len Dank für den Hin­weis. Das habe ich jetzt ange­passt. Wir wer­den es auch in Zukunft bei allen Arti­keln berück­sich­ti­gen, sodass die Bil­der in vol­ler Grö­ße zu sehen sind.

      1. Lei­der funk­tio­niert bei mir das Ver­grö­ßern der Bil­der durch Ankli­cken nicht. Es kommt die Feh­ler­mel­dung „Not found”

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