Individuelles Logos Paket – Die Integration von Logos an einer theologischen Ausbildungsstätte – Teil 4

Das Logos Paket – Die Integration von Logos an einer theologischen Ausbildungsstätte 4

Der Weg zur Inte­gra­tion von Logos an ein­er the­ol­o­gis­chen Aus­bil­dungsstätte beste­ht aus ver­schiede­nen Etap­pen. Wenn die Notwendigkeit erkan­nt wurde („Der Traum“), die Her­aus­forderun­gen bedacht sind („Die Her­aus­forderun­gen“) und wenn die Entschei­dung zur Inte­gra­tion von Logos auf­grund der vie­len Vorteile für die gesamte Insti­tu­tion getrof­fen wurde („Die Insti­tu­tion“), dann ist es jet­zt an der Zeit, sich für ein ganz bes­timmtes Logos-Paket zu entschei­den. In diesem Beitrag möchte ich einige Gedanken zur Wahl des richti­gen Logos-Pakets the­ma­tisieren. Mein Ziel dabei: Das beste Paket für Ihren Kontext!

Die Flexibilität von Logos

Eines der auf­fal­l­end­sten Merk­male von Logos ist die Flex­i­bil­ität. Es gibt so gut wie nichts, was nicht geän­dert oder indi­vidu­ell angepasst wer­den kann. Das gilt auch für die Pakete.

Zunächst bietet Logos selb­st ganz unter­schiedliche vorge­fer­tigte Logos-Pakete an. Von der Ein­steiger-Paket mit eini­gen weni­gen Ressourcen bis hin zur vol­lum­fänglichen Port­fo­lio-Paket ist alles ver­füg­bar (nähere Infos gibt es hier). All das ist ver­mut­lich nicht neu für Sie. Aber schon hier zeigt sich, dass die Aus­gestal­tung der Pakete sehr dif­feren­ziert ist und vielfältige Optio­nen zulässt.

Daneben gibt es aber für the­ol­o­gis­che Aus­bil­dungsstät­ten und Insti­tu­tion auch die Möglichkeit, indi­vidu­elle Logos-Pakete zu entwick­eln. Der unglaublich gute Cus­tomer-Ser­vice von Logos ermöglicht es in diesen Fällen, Logos-Pakete auf die konkreten Bedürfnisse und den entsprechen­den Kon­text der jew­eili­gen Aus­bil­dungsstätte zuzuschnei­den. Das ist eine enorme Hil­fe, um das Paket für die Studieren­den ein­er­seits so effek­tiv wie möglich zu machen und ander­er­seits das beste Kosten-Nutzen-Ver­hält­nis zu erhalten.

Ratschläge zur Gestaltung von Logos Paketen

Im Fol­gen­den möchte ich einige Ratschläge for­mulieren, die bei der indi­vidu­ellen Aus­gestal­tung eines Logos-Paketes beachtet wer­den soll­ten. Diese Empfehlun­gen richt­en sich primär an the­ol­o­gis­che Aus­bil­dungsstät­ten und Insti­tu­tio­nen. Allerd­ings sind die Ratschläge auch für all diejeni­gen von Nutzen, die ihr eigenes Logos-Paket indi­vidu­ell erweit­ern. Denn auch hier gilt es, bedacht und geplant zu investieren.

  1. Entwick­eln Sie ein indi­vidu­elles Logos-Paket. Ich bin überzeugt davon, dass jede the­ol­o­gis­che Aus­bil­dungsstätte oder Insti­tu­tion, die Logos in ihr Pro­gramm inte­gri­eren will, ihr eigenes Logos-Paket entwick­eln sollte. Ohne Frage: Die vorge­fer­tigten Pakete sind richtig gut und es wäre ein­fach­er und schneller, auch als Insti­tu­tion solch ein Paket zu wählen. Allerd­ings hat ein indi­vidu­elles Paket große Vorteile. Neben dem schon ange­sproch­enen Kosten-Nutzen-Ver­hält­nis liegt der Nutzen ein­er­seits in der Anpas­sung des Paketes an die konkreten Bedürfnisse der Studieren­den vor Ort. Nur die Aus­bil­dungsstätte selb­st weiß, was ihre Studieren­den in ihrem Lern- und späteren Dien­stkon­text brauchen. Ander­er­seits liegt der Mehrw­ert eines indi­vidu­ellen Logos-Paketes auch darin, dass die Lim­i­tierung zu ein­er gewis­sen Aufw­er­tung des Paketes führt. Zum Beispiel erhal­ten nur Absol­ven­ten der Bibelschule Brake ein „Brake-Paket“ von Logos. Es ist ihr indi­vidu­elles Paket, das mit ihrer Aus­bil­dungsstätte ver­bun­den ist. Auch das ist ein Mehrwert.
  2. Con­text is King. Diese bekan­nte hermeneutis­che Grun­dregel gilt nicht nur in der Exegese. Sie gilt auch in Bezug auf die Ausstat­tung von indi­vidu­ellen Logos-Paketen. Der Kon­text ist entschei­dend. Damit meine ich drei Dinge:
    1. Erstens: Die DNA bzw. die Kern­werte ein­er (Hoch-)Schule bes­tim­men ganz wesentlich die Aus­gestal­tung des Paketes. Wenn sich eine Aus­bil­dungsstätte zum Beispiel als „Exegeten­schmiede“ ver­ste­ht, dann sollte das Logos-Paket anders ausse­hen, als wenn es sich um eine Bil­dung­sein­rich­tung han­delt, die sich mehr auf Lead­er­ship konzen­tri­ert. Ein Logos-Paket für eine Gemeinde muss andere Ressourcen enthal­ten, als ein Paket für ein akademis­ches The­olo­gi­es­tudi­um. Kurz: Die DNA der Insti­tu­tion (d. h. das, wofür die Insti­tu­tion in ihrem Inner­sten ste­ht) sollte den Inhalt des Paketes bestimmen.
    2. Zweit­ens: Das Ziel der Inte­gra­tion von Logos ist für die Aus­gestal­tung des Pakets entschei­dend. Auf­grund der vielfälti­gen Möglichkeit­en in Logos kann es dur­chaus unter­schiedliche Ziele bzw. unter­schiedliche Schw­er­punk­te geben. Logos eignet sich her­vor­ra­gend als exegetis­che Werkzeug zur Ausle­gung von bib­lis­chen Tex­ten. Gle­ichzeit­ig kann Logos aber auch primär als homiletis­ches Hil­f­s­mit­tel zum Erstellen und Hal­ten von ganzen Predigten gebraucht wer­den. Darüber hin­aus kön­nte Logos aber auch in erster Lin­ie als Bib­lio­thek­ser­satz und Ressourcensamm­lung dienen. Auch wenn sich diese Zielset­zun­gen nicht per se auss­chließen, so sind die meis­ten von uns allein auf­grund der Begren­ztheit der finanziellen Mit­tel zu ein­er Fokussierung gezwun­gen. Und das Ziel der Inte­gra­tion von Logos bes­timmt hier das Paket. Dient Logos in erster Lin­ie als exegetis­ches Werkzeug, dann sollte der Schw­er­punkt der Ressourcen auf den hebräis­chen und griechis­chen Grund­tex­ten, auf Wörter­büch­ern, Gram­matiken, Bibellexi­ka, Nach­schlagew­erken und allen Arten von tex­t­an­a­lytis­chen Hil­f­s­mit­teln liegen. Zielt die Inte­gra­tion hinge­gen mehr auf dem homiletis­chen Bere­ich, so soll­ten auf jeden Fall auch Predigt- und Zitat­samm­lun­gen, Präsen­ta­tion­stools und homiletis­che Stan­dard­w­erke enthal­ten sein. 

      Wenn Logos schließlich vor allem als umfan­gre­iche Ressourcensamm­lung gedacht ist, dann muss der Fokus auf Kom­men­tar­rei­hen, AT- und NT-Ein­leitun­gen, bib­lis­chen The­olo­gien, hermeneutis­chen Stan­dard­w­erken und so weit­er liegen. Der Punkt ist klar: Das Ziel bes­timmt den Inhalt.
    3. Drit­tens: Schließlich ist auch das Ein­satzge­bi­et von Logos inner­halb der the­ol­o­gis­chen Aus­bil­dung für die Paket­zusam­men­stel­lung wichtig. Soll Logos primär im exegetisch-the­ol­o­gis­chen Bere­ich ver­wen­det wer­den, dann sollte auch der Großteil der Ressourcen aus diesem Bere­ich stam­men. Wenn Logos allerd­ings auch in den Fach­bere­ichen der sys­tem­a­tis­chen oder prak­tis­chen The­olo­gie zur Anwen­dung kom­men soll, dann muss sich dies natür­lich auch in den enthal­te­nen Werken zeigen.
  3. Nehmen Sie das Sil­ber­paket als Aus­gangspunkt. Unser­er Erfahrung nach eignet sich das Logos Sil­ber am besten als Aus­gangspunkt für die Entwick­lung eines eige­nen Pakets – zumin­d­est für the­ol­o­gis­che Aus­bil­dungsstät­ten. Im Sil­ber­paket sind schon genü­gend wesentliche Ressourcen für das The­olo­gi­es­tudi­um vorhan­den. Außer­dem sind die enthal­ten Werke so bre­it aufgestellt, dass sie für alle Studieren­den eine hohe Rel­e­vanz haben. Am besten geht man die Ressourcenliste des Paketes Punkt für Punkt durch und entschei­det, welche Ressourcen man für seinen Kon­text braucht und welche nicht. Gle­ichzeit­ig sollt man über­legen, welche Ressourcen noch unbe­d­ingt wün­schenswert wären. Soll Logos zum Beispiel in erster Lin­ie als exegetis­ches Werkzeug für das The­olo­gi­es­tudi­um dienen, so muss m. E. zum Beispiel noch das Wörter­buch von Wal­ter Bauer, eine aktuelle Aus­gabe eines hebräis­chen Stan­dard­wörter­buch­es und der Inter­lin­ear­daten­satz der Elber­felder Bibel zum Sil­ber­paket hinzuge­fügt wer­den. Die vorher raus­gestrich­enen Ressourcen geben hier den Spiel­raum, um diese Werke – die nicht im Stan­dard­paket enthal­ten sind – zu integrieren.
  4. Set­zen Sie in erster Lin­ie auf Qual­ität statt auf Quan­tität. Ich kenne das gute Gefühl, wenn ich in mein­er Logos-Bib­lio­thek oben links die wach­sende Zahl mein­er Ressourcen sehe. Das ist auch völ­lig in Ord­nung. Wichtig ist dabei allerd­ings, dass man die Qual­ität der Ressourcen höher wertet als die Quan­tität. Ger­ade für wis­senschaftlich fundiertes Arbeit­en sind Stan­dard­w­erke uner­lässlich. Natür­lich: Stan­dard­w­erke sind oft teuer. Allerd­ings ist der Nutzen weitaus höher. Zum Beispiel ist es ganz nett, wenn man 4–5 lexikalis­che Wörter­büch­er zum Neuen Tes­ta­ment in Logos inte­gri­ert hat. Solange aber „der Bauer“ nicht dabei ist, bleiben die Ergeb­nisse vor­läu­fig. Eben­so ver­lock­end kön­nte es sein, viele erbauliche Kom­mentare in Logos zu inte­gri­eren– weil sie oft gün­stiger als Stan­dard­w­erke sind. Allerd­ings wird man an EKK, HTA, NICOT/​NICNT, HThKAT, ThKNT, TOTC/​TNTC, WBC usw. nicht wirk­lich vor­beikom­men. Qual­ität geht über Quan­tität! Übri­gens: Eines der großen Prob­leme der Gen­er­a­tion Y bzw. dig­i­tal­en Ure­in­wohn­er ist es, den Wald vor lauter Bäu­men zu sehen bzw. die rel­e­van­ten Inhalte aus der über­fordern­den Infor­ma­tions­flut her­auszu­fil­tern. Auch hier gilt: Weniger ist manch­mal mehr.
  5. Konzip­ieren Sie das Paket gemein­sam mit anderen. In ein­er the­ol­o­gis­chen Aus­bil­dungsstätte sollte das Logos-Paket gemein­sam mit dem ganzen Kol­legium entwick­elt wer­den. Zum einen erhöht man dadurch das Involve­ment aller Dozen­ten in das Pro­jekt. Zum anderen wis­sen die Fach­dozen­ten häu­fig selb­st am besten, welche Ressourcen sie für ihren Unter­richt brauchen. Das Ziel der Inte­gra­tion muss bleiben, dass Logos tat­säch­lich in den Lehrkon­text bzw. Unter­richt inte­gri­ert wird. Und hier ist und bleibt es der einzelne Dozent, der am Ende entschei­det, was er nutzt und was nicht. In unserem Fall hat­ten wir mehrere Kol­legiumssitzun­gen in denen wir das let­z­tendliche Paket aus­gear­beit­et haben. Das Paket gemein­sam zu entwick­eln meint aber auch, die Mitar­beit­er von Logos von Anfang an mit ins Boot zu holen. Hier bekommt man die beste Beratung und fachkundi­ge Hin­weise, die extrem hil­fre­ich für den gesamten Prozess sind.
  6. Lassen Sie sich auf Kom­pro­misse ein. Das Leben ist kein Pony­hof – auch nicht bei der Gestal­tung eines Logos-Pakets. Am lieb­sten würde man alle Ressourcen in das Paket inte­gri­eren und nichts aus­lassen. Das ver­ste­he ich. Allerd­ings wird die Zusam­men­stel­lung eines Pakets nicht ohne Kom­pro­misse möglich sein. Nicht alle wün­schenswerten Ressourcen sind zu real­isieren. Man muss Schw­er­punk­te set­zen und auch Abstriche machen. Am ein­fach­sten gelingt das, wenn man sich im Vor­feld auf ein festes Bud­get fes­tlegt und dann ver­sucht, aus diesem Etat so viel wie möglich zu machen. Denn: Ohne Kom­pro­misse geht es nicht.
  7. Ermuti­gen Sie zum indi­vidu­ellen Aus­bau der Logos-Bib­lio­thek. Lehrende haben einen hohen Ein­fluss auf die Studieren­den. Das war bish­er so und wird auch weit­er­hin so sein. Emp­fiehlt ein Lehrer ein bes­timmtes Buch, so kaufen sich viele Studierende genau dieses Buch. Lit­er­a­turempfehlun­gen sind ein wesentlich­er Bestandteil jedes Studi­ums. Gle­ich­es gilt für Logos. Auch wenn die Aus­bil­dungsstätte ihren Studieren­den ein ganzes Logos-Paket zur Ver­fü­gung stellt, soll­ten Lehrende im Unter­richt immer wieder auch darüber hin­aus­ge­hende Ressourcen empfehlen. Am besten gelingt dies, wenn die Ressourcen im Unter­richt selb­st vorgestellt wer­den und ihr Poten­zial vor Augen geführt wird. Diese Empfehlun­gen sind Gold wert, da sich jed­er Studierende indi­vidu­ell entschei­den kann, welche Ressourcen für seinen Dienst hil­fre­ich sind. Unter­rich­t­ende soll­ten deshalb in Zukun­ft neben Büch­ern immer auch dig­i­tale Ressourcen weiterempfehlen.

Fazit

Die Aus­gestal­tung eines effek­tiv­en Logos-Paketes ist ein län­ger­er Weg – der sich aber lohnt. Wer sich die Mühe macht und in Zusam­me­nar­beit mit Faith­life ein indi­vidu­elles Paket für seine eigene Insti­tu­tion entwick­elt, sorgt für einen noch größeren Mehrw­ert bei der Inte­gra­tion von Logos – für die Studieren­den selb­st aber auch das gesamte Werk.

So What?!

Ideen, Vorstel­lun­gen und Inno­va­tio­nen entste­hen häu­fig „on the way“. Nehmen Sie sich doch ein­mal die Ressourcenliste von Logos Sil­ber zu Hand und erstellen Sie davon aus­ge­hend Ihr eigenes Paket. Auf welche Ressourcen kön­nten Sie in Ihrem Kon­text verzicht­en? Was brauchen Sie unbe­d­ingt zusät­zlich? Und falls Sie schon konkrete Pläne zur Inte­gra­tion von Logos in Ihr Werk haben, dann disku­tieren Sie Ihr Traumpaket doch mal mit Logos selb­st (deutsch@faithlife.com). Hier find­en Sie kom­pe­tente Hil­fe und Anregungen.

Übri­gens: Falls es Sie inter­essiert, wie das Brake-Paket aussieht, so bekom­men Sie hier einen Einblick.


Über den Autor: Stephanus Schäl ist Dozent für Altes Tes­ta­ment an der Bibelschule Brake, pro­moviert ger­ade in Lead­er­ship in The­o­log­i­cal Edu­ca­tion an der Colum­bia Inter­na­tion­al Uni­ver­si­ty und gehört unter anderem zum Leitung­steam vom Bibel­pro­jekt und visio­me­dia.

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Stephanus Schäl
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